Samstag, 27. November 2010

Neue Leipziger Schule

Noch immer liegt viel Schnee und das Thermometer zeigte die Woche über meistens um die minus zehn Grad an, was ich ganz wunderbar finde. Zur Abwechslung ist schneereiches, frostiges Winterwetter im November  schön. Und ich liebe es durch den Schnee zu stapfen und Eiszapfen an der Nase zu kriegen! Alles eine Frage der richtigen Einstellung und der passenden Kleidung. 
Karri ist an diesem Wochenende mit einem Freund verreist, so dass ich mich alleine unterhalten muss, was mir allerdings nicht besonders schwer fällt. Ich bin da einfallsreich. Heute nutzte ich den Tag, um mir endlich die Kunstausstellung "Stille Revolution - Malerei und Fotografie aus Leipzig" im Kunstmuseum Kerava anzuschauen, die mich schon seit längerem interessierte. Das Museum selbst hat mir sehr gefallen. Viel falsch machen, kann man mit Kunst in einem ehemaligen Nokia-Gummi-Fabrikgebäude wohl auch kaum. Und außerdem waren so gut wie alle meine, wahrscheinlich nicht besonders realistischen, Ansprüche an ein Museum erfüllt. Erstens: Es gab bis auf die nette junge Frau an der Kasse, die gleichzeitig auch das Museums-Café bediente, kein Aufsichtspersonal und somit konnte ich auch mal ganz nah an die Bilder herantreten, ohne gleich von der Seite mit einem bösen Blick gerügt zu werden. Zweitens: Ich war so ziemlich die einzige Besucherin. Es gab also kein Gedrängel und ich konnte die Ausstellung ganz in Ruhe genießen. Für eine Stunde war alles Mein. Drittens: Fotos machen erlaubt. Das brauche ich irgenwie immer, denn meistens entdecke ich noch so viel mehr als die Bilder selbst. 
Die Kunstwerke hatten in ihrer Zusammenstellung etwas sehr Eigenes. Jedes Bild wirkte auf seine Weise dunkel, unheimlich, antik, klar und surreal. Eine Arbeit von Hans Aichinger hat mich sehr an ein Bild von Gerhard Richter erinnert. Sehr witzig war die einzige ausgestellte Video-Kunst-Installation "Metronom" von Tilo Baumgärtel. Für mich eine Mischung aus Sandmännchenwelt, David Lynch, Kaltem Krieg und Terry-Gilliam-Animation. Und alles vereint in einer Glasbox. Toll. 
 


Hans Aichinger.
"Metronom" von Tilo Baumgärtel.


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