Das Jahr ist für mich in Finnland nicht besonders gut gestartet. Ich war und bin immer wieder heftig krank. Auch das Packen unserer Umzugskisten, die sehr bald nach Singapur geschifft werden sollen, ist eine einzige Katastrophe. Es scheint unmöglich zu sein, das irgendwann fertig zu bekommen. Die Arbeit stresst, und die Winterzeit zerrt wie immer an meinen Kräften. Und dann ist da noch unsere anstehende Hochzeit, deren Planung bisher komplett auf Eis lag, da einfach andere Dinge Vorrang hatten. Allerdings sollte ich so langsam Mal mit der Organisation anfangen, sonst wird es knapp. Puh. Im Moment könnte ich mich vierteilen und es wäre nicht genug.
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Montag, 12. Februar 2018
Montag, 12. Juni 2017
Trübe Tage
Dieser Sommer meint es nicht besonders gut mit uns. Meistens ist es kühl und es regnet. Die sporadischen Schneephasen im Mai sollten wir dennoch hoffentlich überstanden haben. Helsinki ist in dieser Hinsicht nicht gerade das, was man sich nach monatelanger feuchtkalt-dunkler Ewigkeit wünscht. Und besonders an diesen Tagen wiegen die Dinge, die nicht so sind, wie ich sie gerne hätte, noch schwerer auf mir als sonst. Trübe Tage eben.
Seit dem Beginn dieses Kindergarten- und Vorschuljahres im August 2017 gab es personell einschneidende Veränderungen. Eine neue junge Kollegin am Vormittag sowie ein komplett neu besetztes Nachmittagsteam wurden eingestellt, und mussten anfangs umfassend bei der Einarbeitung unterstützt werden. Dann war unsere Vorschullehrerin gezwungen wegen Komplikationen in der Schwangerschaft früher als geplant in den Mutterschutz zu gehen, was wochenlanges Irgendwie-Überbrücken bedeutete bis wir endlich eine Ersatzkraft fanden. Meine Vorschulgruppe hatte es ebenfalls in sich. Fast alle elf Kinder benötigten eine überaus intensive Förderung in völlig unterschiedlichen Bereichen, was sich für mich alleine als kaum schaffbar herausstellte. Darüber hinaus forderte mich der Kontakt und die Zusammenarbeit mit einigen Eltern mindestens ebenso stark. Das alles hieß extra Arbeit und unzählige Überstunden. Hinzu kam, dass ein neuer Pastor sein Amt in der Gemeinde bezog, und viele Balange des Kindergartens auf recht radikale Art in Angriff nahm. Als mein übergeordeter Chef hat er neben einem großen Einfluss auf das Geschen im Kindergarten schlicht und einfach das letzte Wort, wenn es sich um wichtige Entscheidungen handelt. Unter anderem ging es da um meine seit mittlerweile mehreren Jahren laufende Berufsanerkennung als Erzieherin in Finnland, die ich nun definitiv nicht bekommen werde. Das ist ein echtes Problem, denn natürlich verlangt das Finnische Sozialamt anerkannte Erzieher in hiesigen Kindergärten und kann eine Einrichtung mit zu wenig anerkannten Angestellten schließen. Da keine meiner Kolleginnen den Erzieherberuf in Finnland (wohlgemerkt) studiert hat, sind wir auf die Anerkennung unserer Ausbildung angewiesen. Bei den in Deutschland staatlich anerkannten Erziehern funktioniert das relativ gut. Bei mir verhält es sich etwas anders, da ich "nur" Dipom-Heilpädagogin mit sieben Jahren Berufserfahrung in Krippe, Kindergarten und Vorschule bin, was dem Finnischen Amt für Berufsanerkennungen anscheindend nicht ausreicht. Ich könnte mit meinem Abschluss nicht einmal als Kinderpflegerin anerkannt werden, was ehrlich gesagt schon fast lächerlich ist. Und ich verstehe absolut nicht, warum es nicht irgendwie möglich ist z.B. durch eine Prüfung unter Beweis stellen zu können, dass ich meinen Job gut mache. Denn das tue ich. Nichts desto trotz bin ich damit ein Risiko für meinen Arbeitgeber und könnte theoretisch jederzeit entlassen werden. Alles ziemlich frustrierend. Mal wieder. Und langsam beschleicht mich das dumpfe Gefühl, dass mich die Finnischen Behörden nicht sonderlich mögen. Das nicht ernsthaft persönlich zu nehmen, gelingt mir nach diversen negativen Erfahrungen nur selten.
Kurzum, obwohl es bisher kein Arbeitsjahr ohne einschneidende Veränderungen und enorme Herausforderungen gab, und ich meinen Beruf im Grunde sehr gerne ausübe, fühle ich mich derzeit innerlich so ausgebrannt, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich zu voll oder zu leer bin um ich selbst zu sein. Mein wunderbarer langer Urlaub in allen Ehren, wenn jedoch ungefähr die Hälfte meiner Arbeitsstunden außerhalb meiner Arbeitszeit liegen und auch sonst nur Gegenwind bläßt, überrascht das nicht wirklich. Es tut mir leid, dass ich so herum nörgele, aber ich mag gerade einfach nicht mehr.
Mittwoch, 1. Juni 2016
Inselendtdeckung
Die Finnen üben sich immer öfter darin sich etwas offener zu zeigen. Bald schon treten mildere Alkoholbestimmungen in Kraft, und so kann man ab dem nächsten Jahr u.a. endlich auch Bier und Cidre mit bis zu 5,5 Prozent Alkohol im normalen Geschäft einkaufen. Alko (DAS Alkoholgeschäft in Finnland) öffnet sogar bis 21 Uhr seine Türen und die gute alte Happy Hour darf beworben werden. Hach, wer hätte das gedacht. Wir nähern mit uns hierzulande der Europäisierung mit Kleinstschritten. Aber immerhin. Die Regellockerung diesen Jahres, die mich mindestens genauso erfreut hat, ist die Öffnung von mehreren ehemaligen Militärinseln im Archipel vor Helsinki. Letzte Woche war es mir möglich während eines Mitarbeiterausfluges "Valllisaari" zu entdecken. Ganz wild und unberüht sieht es fernab der Wege aus. Von diesen abweichen oder gar Grillen ist dort selbstverständlich nicht erlaubt. Mit guter Gesellschaft, einem Weinglas (!) in der Hand und paradisisch schönem Blick aufs Meer war mir das allerdings herzlich egal.
Freitag, 19. Dezember 2014
Weihnachten ist nicht mehr weit
Puh. Geschafft. Kann ich nur sagen. Ich bin komplett ausgepowert, denn während der letzten Wochen war ich zusammen mit meinen Kollegen im Kindergarten ununterbrochen am rotieren. Die Adventszeit war unglaublich voll mit Aktionen, die viel Vorbereitung und unzählige Überstunden erforderderten. Was einerseits schön ist, weil wir wirklich tolle Sachen organisiert haben, andererseits aber nun seinen Tribut fordert. Na, wenigstens ist seit eben die Weihnachtspost in Sack und Tüten. Es wird schon werden... In zwei Tagen werden wir zu meiner Familie aufbrechen. Es fällt uns dieses Mal auch nicht wirklich schwer Finnland zu verlassen. Bei den permanenten Stürmen, die hier seit Tagen ums Haus flattern, und wohlgemerkt überhaupt gar keinem Schnee, können wir Weihnachten doch gut und gerne in Deutschland verbringen. Bevor es allerdings zu meinen Eltern geht, verweilen wir noch zwei Tage in Hamburg, um den geschwächten Weihnachtsgefühlen wieder etwas Leben einzuhauchen. Mit Glühweindämpfen auf dem Weihnachtsmarkt inhalieren und gebrannte Mandeln knabbern, dürften wohl als Akutbehandlungmaßnahmen ausreichen.
Freitag, 6. Dezember 2013
Durchatmen
Während der letzten Wochen war ich ständig unter Strom. Meine neue Arbeit als Vorschullehrerin ist toll, fordert aber doch um einiges mehr an Kraft und Überstunden, als meine vorherige Stelle. Und das gerade in der Kindergarten-Hochstresszeit von Herbst bis Weihnachten. Es gab kaum Tage an denen ich pünktlich von der Arbeit nach Hause bin. Immer gab es etwas vor- oder nachzubereiten. Vom Erntedankfest angefangen, zog sich die Kette der Ereignisse weiter übers Laternenfest, meine Elterngespräche bis hin zur derzeitigen Adventszeit. Und nebenher bin ich umgezogen, was mich zusätzlich wichtige Energien geraubt hat. Da wir mit den Kindern sowohl den Erntedank- als auch den 1.Adventgottesdienst vorbereiten und gestalten, ist alles immer noch etwas aufwendiger.
Am letzten Wochenende hatten wir am Freitag unsere Betriebsweihnachtsfeier, die feuchtfröhlich (wie es sich gehört) und recht spät zu Ende ging, und am Tag darauf bestritten wir einen Flohmarktstand an der Deutschen Schule. Die Deutsche Schule in Helsinki organisiert jedes Jahr einen vorweihnachtlichen Basar auf dem man wie auf einem kleinen kompakten Weihnachtsmarkt u.a. alles Mögliche an deutschen Waren kann. Es gibt zum Beispiel Adventskränze, die man nirgendwo sonst in Finnland kaufen kann. Das ist einfach keine finnische Tradition. Außerdem kann man gebrannte Mandeln, Thüriger Bratwurst oder frische, warme Brezn genießen. Es hieß also früh aufstehen, denn um 9.30 Uhr kamen die ersten Basargucker schon vorbei. Das Wetter war frostig und mit Sonnenschein wie gemacht für einen Weihnachtsbasar, allerdings war ich nach getaner Arbeit nur noch reif für das Sofa.
Am Sonntag fand dann der 1.Adventsgottesdienst in der Deutschen Kirche statt, was wieder bedeutete früh aus den Federn raus zu müssen. Danach kam mir selbst der wieder etwas normalisierte Alltag unglaublich anstrengend vor, und ich glaube, meinen Kollegen ging es ähnlich. Und das Verhältnis von völlig geschafften Erwachsenen und besonders kribbeligen Kindern verträgt sich meistens nicht so gut. Aber das hat die Vorweihnachtszeit eben so an sich.
Am letzten Wochenende hatten wir am Freitag unsere Betriebsweihnachtsfeier, die feuchtfröhlich (wie es sich gehört) und recht spät zu Ende ging, und am Tag darauf bestritten wir einen Flohmarktstand an der Deutschen Schule. Die Deutsche Schule in Helsinki organisiert jedes Jahr einen vorweihnachtlichen Basar auf dem man wie auf einem kleinen kompakten Weihnachtsmarkt u.a. alles Mögliche an deutschen Waren kann. Es gibt zum Beispiel Adventskränze, die man nirgendwo sonst in Finnland kaufen kann. Das ist einfach keine finnische Tradition. Außerdem kann man gebrannte Mandeln, Thüriger Bratwurst oder frische, warme Brezn genießen. Es hieß also früh aufstehen, denn um 9.30 Uhr kamen die ersten Basargucker schon vorbei. Das Wetter war frostig und mit Sonnenschein wie gemacht für einen Weihnachtsbasar, allerdings war ich nach getaner Arbeit nur noch reif für das Sofa.
Am Sonntag fand dann der 1.Adventsgottesdienst in der Deutschen Kirche statt, was wieder bedeutete früh aus den Federn raus zu müssen. Danach kam mir selbst der wieder etwas normalisierte Alltag unglaublich anstrengend vor, und ich glaube, meinen Kollegen ging es ähnlich. Und das Verhältnis von völlig geschafften Erwachsenen und besonders kribbeligen Kindern verträgt sich meistens nicht so gut. Aber das hat die Vorweihnachtszeit eben so an sich.
Gerade sitze ich in der Küche, genieße die Ruhe, schaue aus dem Fenster und sehe viele, viele Schneeflöckchen vom Himmel fallen. In diesem Jahr ist der Schnee generell ganz schön spät dran. Und leider ist es auch diesmal noch zu warm, so dass der Schnee keine weißen Stadtdächer für mich zaubert, sondern lediglich meinen auditiven Sinn verwirrt. Zeitgleich zum Schneefall tropft es nämlich lautstark von den Dächern.
Für heute ist nicht viel geplant. Vor dem Fernseher mit Keksen und Tee hocken, mal raus Spazieren gehen, was Nettes kochen. Und vielleicht abends zum Dom gehen. Dort wird der heutige Nationalfeiertag Finnlands gefeiert und alle Finnen werden natürlich innbrünstig die Nationalhymne trällern. Das mag ich, denn es ist so schön bewegend und so ganz undeutsch.
Für heute ist nicht viel geplant. Vor dem Fernseher mit Keksen und Tee hocken, mal raus Spazieren gehen, was Nettes kochen. Und vielleicht abends zum Dom gehen. Dort wird der heutige Nationalfeiertag Finnlands gefeiert und alle Finnen werden natürlich innbrünstig die Nationalhymne trällern. Das mag ich, denn es ist so schön bewegend und so ganz undeutsch.
Der Blick aus dem Küchenfenster.
Sonntag, 11. August 2013
Aufwind
Ab morgen wird sich einiges ändern. Ich arbeite dann nicht mehr im Spielhaus Kerava, sondern im Kindergarten der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Helsinki. Endlich ein neuer Job! Sicherlich habe ich irgendwann einmal verlauten lassen, dass ich recht unzufrieden bin mit meiner beruflichen Situation. Zwei Wochen vor dem Sommerurlaub packte mich dann zum wiederholten Male der Frust, so dass ich mich einfach drauflos bewarb - in deutschen wie englischen Kindergärten, einer internationalen Schule etc. Und siehe da, ich war zur richtigen Zeit frustriert, denn in Helsinki suchte man ab August händeringend eine neue Gruppenleitung für die Regenbogen-Vorschule, in der 5-jährige Kinder betreut werden, die im darauffolgenden Jahr in das zweite Jahr Vorschule gehen sollen. Im Prinzip ist es eine ganz normale Kindergartengruppe, in der schon etwas in Richtung Vorschule gearbeitet wird. Der einzige Haken ist ein zunächst befristeter Vertrag, da ich als Heilpädagogin natürlich offiziell in Finnland keine Vorschullehranerkennung habe, und ich mich dementsprechend weiter fortbilden muss. Sobald ich das gemacht habe, wird mein Vertrag auf unbefristete Zeit verlängert. Die Arbeit verspricht in Richtung Teamarbeit und den eigenen Freiheiten viel mehr als meine vorherige Stelle. 11 Kinder werden in meiner Gruppe sein und ich bekomme sogar eine Jahrespraktikantin aus Deutschland im Anerkennungsjahr. Es gibt bezahlten Urlaub von Anfang an, der an die Schulferienzeiten angeglichen ist. Das sind 11 Wochen im Jahr, und mehr Gehalt. Ausgehend von den Vorbedingungen konnte ich also bisher noch keine Problemzonen feststellen. Was soll ich sagen. Ich freue mich einfach total und kann es immer noch gar nicht richtig fassen. Das fühlt sich fast so an wie ein Lottogewinn, denn auf der Karriereleiter - wenn es denn hier eine für mich gibt - bin ich definitiv ein Stückchen hochgeklettert. Vor allem wenn man bedenkt, wie rar in Finnland deutschsprachige Arbeitsstellen gesät sind. Und das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern einfach Tatsache. Wünscht mir Glück für die erste Woche!
Dienstag, 18. Dezember 2012
Weihnachten steht vor der Tür
Auf meine wunderbaren Entspannungstage folgte eine unheimlich nervenaufreibende Chaoswoche im Kindergarten. Alles nur, weil wir am Freitag unser Weihnachtsfest feierten, was jedes Jahr - wie es scheint - zu einer übertriebenen Kinderstar-Gala aufgebauscht wird. Mir geht da ehrlichgesagt jedesmal jegliche Weihnachtsgemütlichkeit abhanden. Jede Gruppe bereitet ein kleines Programm für die Eltern vor: Ein Theaterstück, kleine Sketche, Lieder oder Gedichte - was ja an sich in Ordnung ist. Aber den Kindern die komplette Zeit davor mit Üben, Üben und nochmals Üben vollzustopfen, ist meiner Meinung nach zu viel. So ist es keine Überraschung, dass die Kinder dabei sehr schnell Lust und Motivation verloren. Und wirklich... selbst ich hatte keine Lust mehr. Man sollte sich doch überlegen, ob dieses Konzept "Weihnachtsfest" noch kind- bzw. weihnachtsgerecht ist. Warum kann man nicht einfach gemütlich zusammen sein ganz ohne Perfektionsdruck, Stress und Lustlosigkeit? Das werde ich wohl nie verstehen. Am Ende der Woche war ich dann mal wieder total kaputt und frustriert. Schrecklich so was.
Am Wochenende musste also meine Weihnachtsstimmung unbedingt wieder belebt werden. Schritt eins: Weihnachtspäckchen packen. Schritt zwei: Weihachtsbäckerei. Schritt drei: Weihachtsmarkt. Danach war es wieder etwas besser.
Und jetzt sind es nur noch drei Arbeitstage bis wir endlich in unseren Weihnachtsurlaub nach Deutschland starten. In diesem Jahr werden wir bei meiner Familie in Deutschland sein. Ach, ich freu mich schon... Auf die lieben Verwandten, Entenbraten, Nichtstun und ein Märchen nach dem anderen im Fernsehen schauen. Es ist zwar etwas schade, dass wir das schön verschneite Vantaa verlassen müssen, aber man kann eben nicht alles haben.
Ich wünsche euch allen ruhige und entspannte Weihnachtstage, und dass ihr gut ins neue Jahr kommt! Karri und ich werden nach Weihnachten bis zum Neujahrstag in Berlin verweilen. Falls jemand von euch ebenfalls da sein sollte, meldet euch ruhig bei mir. Ich würde mich freuen!
Ich wünsche euch allen ruhige und entspannte Weihnachtstage, und dass ihr gut ins neue Jahr kommt! Karri und ich werden nach Weihnachten bis zum Neujahrstag in Berlin verweilen. Falls jemand von euch ebenfalls da sein sollte, meldet euch ruhig bei mir. Ich würde mich freuen!
Montag, 9. April 2012
Döner, Dom und ein Schluck Aufmunterung
Flohmarkt am Rhein.
Immer wieder neue Domperspektiven.
So richtig wird mich Köln wohl nie los lassen. Nicht nur, weil dort zum Glück immer noch viele meiner liebsten Freunde wohnen, sondern weil die Stadt an sich ein großes Stück Wohlfühlheimat für mich ist. Nach über einem Jahr wieder dorthin zurück zu kehren, war mir deshalb ein riesiges Bedürfnis und längst überfällig. Auch sonst hatte ich eine Luftveränderung und gleichzeitig vertraute Umgebung dringend nötig, denn nach der Jahreswende fiel bei mir irgendwie schlagartig der Kraftgroschen. Mein Hier-Sein schien - rein persönlich betrachtet - so sinnlos wie noch nie zuvor, was zu einem großen Teil sicher mit meiner Arbeit zu tun hat, die es mir in keinster Weise ermöglicht voran zu kommen oder mich weiter zu entwickeln. Ganz im Gegenteil. Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass es mich aufhält. Das hat im Grunde nichts mit dem Beruf an sich zu tun, als vielmehr die dortige dysfunktionale Personalführung sowie Teamarbeit bzw. -kommunikation und die fehlende Offenheit für neue Impulse und Perspektiven. Einerseits fühle ich mich dauergestresst, während ich auf der anderen Seite völlig unterfordert bin. Ich weiß, ich sollte eigentlich nur dankbar sein, dass ich in Finnalnd überhaupt arbeiten kann. Dennoch wünsche ich mir nach fast zwei Jahren im beruflichen Kompromiss sehnlichst Veränderung. Ich trete momentan einfach nur auf der Stelle, und die Aussichten auf Besserung oder eine neue Beschäftigungsmöglichkeit sind nicht besonders rosig. Um so schöner war es für kurze Zeit in bekannte Gefilde zu flüchten.
"Kushi-Tei" in Düsseldorf
Freitag, 20. Januar 2012
Feierstimmung
Der übrige Herbst verlief weiterhin mit viel Regen und blieb ungewöhnlich warm. Den ersten Schnee gab es tatsächlich erst kurz vor Weihnachten. Da die Temperaturen sich aber nicht für die Minusgrade, sondern nur sich selbst erwärmen konnten, taute alles gleich dahin.
Passend zum Dahinschmelzen fällt mir gleich ein höchst spannendes Erlebnis ein. Am 23.Dezember hatte ich frei und wollte in Ruhe den Lebensmitteleinkauf für die Feiertage tätigen. Mit dem Fahrrad fuhr ich freudestrahlend in den frostig-sonnigen Morgen hinein, und weihte sogleich meinen neuen Fahrradkorb ein (Dieser Reim ist jetzt aber unfreiwillig entstanden). Im Geschäft angekommen, musste ich feststellen, dass ich an der Frischetheke - der wichtigsten Station meines Einkaufsmarathons - die Nummer 491 gezogen hatte. Als ich auf die Anzeige schaute, stand dort die Nummer 406. Es waren also über 80 Leute vor mir dran. Na, gut, nun wollte ich mich nicht stressen und schlenderte mit äußerster Langsamkeit durch den Laden, um alles Restliche auf meiner Liste im Korb zu versenken. Und als ich nach fast einer Stunde endlich meine Nummer aufleuchten sah, musste ich mit erhobenen Händen in der dritten Reihe vor der Theke wild hin und her hüpfen, damit mich die nette, junge Dame, die nach mir Ausschauh hielt, auch bemerkte. Ich bin ja nicht so groß. In der Ladentür stehend, musste ich allerdings mit ansehen, wie sich der schöne morgendliche Frostüberzug in ein totales Gematsche mit Schneeregen verwandelte, durch den ich auch noch vollbepackt nach Hause radeln musste. Prima. Da kommt totale Weihnachtsstimmung auf.
Passend zum Dahinschmelzen fällt mir gleich ein höchst spannendes Erlebnis ein. Am 23.Dezember hatte ich frei und wollte in Ruhe den Lebensmitteleinkauf für die Feiertage tätigen. Mit dem Fahrrad fuhr ich freudestrahlend in den frostig-sonnigen Morgen hinein, und weihte sogleich meinen neuen Fahrradkorb ein (Dieser Reim ist jetzt aber unfreiwillig entstanden). Im Geschäft angekommen, musste ich feststellen, dass ich an der Frischetheke - der wichtigsten Station meines Einkaufsmarathons - die Nummer 491 gezogen hatte. Als ich auf die Anzeige schaute, stand dort die Nummer 406. Es waren also über 80 Leute vor mir dran. Na, gut, nun wollte ich mich nicht stressen und schlenderte mit äußerster Langsamkeit durch den Laden, um alles Restliche auf meiner Liste im Korb zu versenken. Und als ich nach fast einer Stunde endlich meine Nummer aufleuchten sah, musste ich mit erhobenen Händen in der dritten Reihe vor der Theke wild hin und her hüpfen, damit mich die nette, junge Dame, die nach mir Ausschauh hielt, auch bemerkte. Ich bin ja nicht so groß. In der Ladentür stehend, musste ich allerdings mit ansehen, wie sich der schöne morgendliche Frostüberzug in ein totales Gematsche mit Schneeregen verwandelte, durch den ich auch noch vollbepackt nach Hause radeln musste. Prima. Da kommt totale Weihnachtsstimmung auf.
Am Tag zuvor kam unser kostenloser Weihnachtsbaum per Lieferservice zu Hause an. Karri hat das von seiner Firma geschenkt bekommen. Was habe ich mich gefreut! Der erste eigene Weihnachtsbaum! Beim Auspacken entdeckten wir allerdings, dass sich jemand übel an ihm zu schaffen gemacht hatte, denn rundherum waren mehrere Äste abgeschnitten worden, so dass der Baum doch eher unförmig als schön wirkte. Aber was sagt die Mutti gleich immer: "Geschmückt, sieht jeder Baum schön aus." Und wo sie Recht hat, hat sie Recht.
Die Weihnachtstage verbrachten Karri und in Finnland, mit nichts weiter als Ausruhen und Essen beschäftigt. Ganz wie es sich gehört.
In den Zwischentagen und in der ersten Jahreswoche musste unser Kindergarten in einen neuen Anbau umziehen. Nicht gerade meine liebste Beschäftigng, schon gar nicht so kurz nach dem eigenen Umzug im Herbst. Aber es ging nun Mal nicht anders.
Der Silvestermorgen begann mit meinem katergeschädigten Freund und einem seiner Band-Kumpel auf dem Sofa. Während diese beiden also noch friedlich und lange schliefen, machte ich den Feiertagseinkauf. Diesmal ohne große Zwischenfälle. Ich konnte sogar frische "Munkki" (Berliner) auftreiben. Anschließend bereitete ich ganz klassisch Kartoffelsalat mit Würstchen vor. Damit kann man erstmal nichts falsch machen. Der Sofafreund machte sich am Nachmittag irgendwann auf den Heimweg. Und so saßen Karri und ich abends etwas unentschlossen vor dem Fernseher und überlegten, was wir mit dem Anlass nun "Großes" anfangen wollten. Essen und Sekt auf dem Tisch und für alle Schandtaten bereit. Später kam spontan meine gute Freundin und Kollegin Rebecca vorbei. Und zu dritt entdeckten wir den bisher unbekannten Tony Polster in einer fast schon Furcht einflößenden ZDF-Unterhaltsungs-Show. Der Arme wurde schamlos betrunken gemacht und danach für die unmöglichsten Gags ausgenutzt. Deutsches Privatfernsehen ist sich anscheindend für nichts zu schade. Kurz vor Mitternacht sind wir mit Raketen im Gepäck zu Karris Freund Jussi rüber, der uns mit seinen Gästen im Handtuch aus der Sauna kommend herein ließ. Die Finnen... sitzen zur Jahreswende in der Sauna, statt Raketen abfeuern zu gehen, sich in die Arme zu fallen oder mit Sekt anzstoßen. An dieser Stelle muss ich übrigens Mal erwähnen, dass Sekt ein bösartiges Getränk ist. Jawohl.
Der Schnee hat sich derzeit entschieden, uns doch noch zu beehren. Und ich wollte diesen Winter schon an den Nagel hängen. In diesem Sinne, auf ein Neues!
Die Weihnachtstage verbrachten Karri und in Finnland, mit nichts weiter als Ausruhen und Essen beschäftigt. Ganz wie es sich gehört.
In den Zwischentagen und in der ersten Jahreswoche musste unser Kindergarten in einen neuen Anbau umziehen. Nicht gerade meine liebste Beschäftigng, schon gar nicht so kurz nach dem eigenen Umzug im Herbst. Aber es ging nun Mal nicht anders.
Der Silvestermorgen begann mit meinem katergeschädigten Freund und einem seiner Band-Kumpel auf dem Sofa. Während diese beiden also noch friedlich und lange schliefen, machte ich den Feiertagseinkauf. Diesmal ohne große Zwischenfälle. Ich konnte sogar frische "Munkki" (Berliner) auftreiben. Anschließend bereitete ich ganz klassisch Kartoffelsalat mit Würstchen vor. Damit kann man erstmal nichts falsch machen. Der Sofafreund machte sich am Nachmittag irgendwann auf den Heimweg. Und so saßen Karri und ich abends etwas unentschlossen vor dem Fernseher und überlegten, was wir mit dem Anlass nun "Großes" anfangen wollten. Essen und Sekt auf dem Tisch und für alle Schandtaten bereit. Später kam spontan meine gute Freundin und Kollegin Rebecca vorbei. Und zu dritt entdeckten wir den bisher unbekannten Tony Polster in einer fast schon Furcht einflößenden ZDF-Unterhaltsungs-Show. Der Arme wurde schamlos betrunken gemacht und danach für die unmöglichsten Gags ausgenutzt. Deutsches Privatfernsehen ist sich anscheindend für nichts zu schade. Kurz vor Mitternacht sind wir mit Raketen im Gepäck zu Karris Freund Jussi rüber, der uns mit seinen Gästen im Handtuch aus der Sauna kommend herein ließ. Die Finnen... sitzen zur Jahreswende in der Sauna, statt Raketen abfeuern zu gehen, sich in die Arme zu fallen oder mit Sekt anzstoßen. An dieser Stelle muss ich übrigens Mal erwähnen, dass Sekt ein bösartiges Getränk ist. Jawohl.
Der Schnee hat sich derzeit entschieden, uns doch noch zu beehren. Und ich wollte diesen Winter schon an den Nagel hängen. In diesem Sinne, auf ein Neues!
Fertig gepackte Weihnachtspost.
Vanillehörnchen nach Omas Rezept.
Unser Weihnachtsbaum.
Weihnachtsfrühstück: Reisbrei mit Butterauge,
Zimt und Zucker sowie versteckter Mandel.
Freitag, 2. September 2011
Geschafft
Der August war einfach nur anstrengend. Von der ersten Woche mal ganz abgesehen, zog sich der Umzug noch ewig hin. Da wir unsere alte Wohnung so kurzfristig vor unserem Urlaub gekündigt hatten, mussten wir diese im August noch behalten. Der Vorteil dessen war, dass wir alles nach und nach machen konnten. Was gleichzeitig den Nachteil hatte, dass jedes Wochenende irgendetwas getan werden musste. Die Arbeit im Kindergarten fällt mir gerade auch nicht leicht. Um zwanzig ziemlich lebendige Kinder zu zweit im Zaum zu halten, sind stets mehr als Hundertprozent an Energie von Nöten. Und das merke ich am Ende der Woche ganz deutlich. Ich bin einfach nur platt. Zusätzlich bekam ich nach nur wenigen Tagen auf Arbeit gleich Mal eine dicke Schnupfen- und Kopfschmerzattacke, die zwei Wochen lang hartnäckig blieb, und immer noch nicht auskuriert ist. Das tägliche Zusammensein mit Kindern hat für mich den etwas nervigen Nebeneffekt, dass ich mich ständig bei irgendwem anstecke. Denn eines ist sicher: Irgendjemand ist definitiv immer krank. Da kann ich nur hoffen, das der September wenigstens etwas entspanntere Wochenenden für mich bereit hält.
Vor zwei Wochen fand in Helsinki übrigens ein italienischer Markt statt, der zwar nicht besonders ausladend war, aber recht leckere Sachen im Angebot hatte. Zum Beispiel probierte ich zum estern Mal Cannoli. Noch am selben Tag konnte man in Helsinki Restaurant-Pop-ups finden, d.h. ganz normale Leute konnten sich mit einem kleinen Büdchen oder Tischchen irgendwo in Helsinki niederlassen bzw. einfach das Wohnungsfenster im Erdgeschoss öffnen und drauf los verkaufen. Wenn ich das richtig verstanden habe, sollte das eine Art Kulturbeitrag zur kulinarischen Vielfalt sowie ein Protest gegen das Alkoholtrinkverbot im öffentlichen Raum sein. Es gab nämlich Bierchen und Wein zu haben. Verkauft wurde so lange der Vorrat reichte, weshalb wir von den meisten Ständen nur noch die Aufräumarbeiten mitbekamen. Wir waren anscheinend etwas zu spät dran. Aber ich fand die Idee super, und ich überlege ernsthaft im nächsten Jahr auch mitzumachen. Übrigens ist mir gerade aufgefallen, dass ich bereits ein Jahr in Finnland wohne. Ich darf also ein kleines Jubiliäum feiern.
Vor zwei Wochen fand in Helsinki übrigens ein italienischer Markt statt, der zwar nicht besonders ausladend war, aber recht leckere Sachen im Angebot hatte. Zum Beispiel probierte ich zum estern Mal Cannoli. Noch am selben Tag konnte man in Helsinki Restaurant-Pop-ups finden, d.h. ganz normale Leute konnten sich mit einem kleinen Büdchen oder Tischchen irgendwo in Helsinki niederlassen bzw. einfach das Wohnungsfenster im Erdgeschoss öffnen und drauf los verkaufen. Wenn ich das richtig verstanden habe, sollte das eine Art Kulturbeitrag zur kulinarischen Vielfalt sowie ein Protest gegen das Alkoholtrinkverbot im öffentlichen Raum sein. Es gab nämlich Bierchen und Wein zu haben. Verkauft wurde so lange der Vorrat reichte, weshalb wir von den meisten Ständen nur noch die Aufräumarbeiten mitbekamen. Wir waren anscheinend etwas zu spät dran. Aber ich fand die Idee super, und ich überlege ernsthaft im nächsten Jahr auch mitzumachen. Übrigens ist mir gerade aufgefallen, dass ich bereits ein Jahr in Finnland wohne. Ich darf also ein kleines Jubiliäum feiern.
Cannoli.
Straßenmimen.
Essen aus dem Wohnzimmer.
Punavuori, Helsinki.
Sinebrychoff-Park
Mittwoch, 3. August 2011
Byebye Malmi
Nun sind wir von Helsinki in die angrenzende Nachbarstadt Vantaa gezogen, in der auch Karris Eltern zu Hause sind und nur fünf Minuten zu Fuss von uns entfernt wohnen. Außerdem haben wir eine Woche lang Besuch von Marianna und Gergö aus Budapest. Und ich muss wieder arbeiten. Ab jetzt bin ich nicht mehr bei den kleinen "Zwergen" tätig, sondern betreue die Gruppe der drei- bis fünfjährigen mit. Für meinen Geschmack alles ein bisschen viel auf einmal. Zumal ich nicht sagen kann, dass ich von meiner Reise sonderlich ausgeruht zurück gekommen bin. Aber es kann nur besser werden. Mit dem Spätsommer beginnt auch wieder die Flusskrebszeit, was wir unseren Gästen natürlich nicht vorenthalten konnten.
Flusskrebse satt.
Vantaa BBQ.
Donnerstag, 28. Juli 2011
Ich bin so gerne auf Sylt
Die letzte Station meines Urlaubs verschlug mich nach Tinnum auf Sylt. Hier besuche ich Janine, Robert und Christin. Hauptaktivitäten sind derzeit, im Gegensatz zur restlichen Zeit meines Urlaubs, rein entspannter Natur. Lange im Bett rumlümmeln, Lesen, zusammen Kochen und Flens am Strand trinken. Wunderbar. Samstag geht es allerdings schon wieder zurück nach Helsinki. Und dann wird umgezogen. Wir mussten uns auf die Suche machen, da Karri wahrscheinlich bald kein Student mehr sein wird und damit unser Studentenwohnrecht erlischt. Kurz vor unserem Reiseantritt fanden wir eine nette Wohnung. Ich hoffe nur, dass ich genug Energie während des Urlaubs tanken konnte, denn Montag beginnt zusätzlich wieder meine Arbeit im Kindergarten und wir bekommen zeitgleich eine Woche lang Besuch von unseren ungarischen Freunden.
Strandfest in Westerland.
Freitag, 22. April 2011
Die Vögel sind los
Was für eine Woche. Die Ostervorbereitungshektik im Kindergarten ließ ich doch etwas mehr an mich heran als ich eigentlich vorhatte, so dass ich vier Tage Auszeit tatsächlich gut gebrauchen kann. Entnervte Erwachsene bedeuten immer auch aufgedrehte Kinder, was alles nur chaotischer macht. Abgesehen davon gibt es jedoch super gute Neuigkeiten. Mit dem Beginn des nächsten Monats werde ich nicht mehr nur halbtags als Stundenkraft, sondern Vollzeit arbeiten. Und das ist nicht nur finanziell ganz wunderbar. Es ist ein schönes Gefühl sich in Zukunft nicht mehr nur als eine Art Aushilfe betrachten zu müssen. Und es lässt mich einen weiteren großen Schritt auf dem Weg des Ankommens machen. Für mein immer noch neues Leben in Finnland ist es jedenfalls ein festes Standbein, dass ich da bekommen habe.
Mein kleiner Garten entwickelt sich übrigens prächtig. Die Blumensamen sind aus der Erde gelockt. Paprika und Zitrone werden jeden Tag etwas größer. Avocado ist gekeimt. Basilikum lebt noch. Und selbst das sehr spät gesähte Ostergras hat es rechtzeitig zu den Festtagen geschafft und ist sogar schon frisch gestutzt. Das ist in Finnland große Ostertradition.
Außer meiner erstmals entfachten Fürsorge für Grünzeugs, ist Papiervogelbastelei gerade meine Lieblingsbeschäftigung zum Entspannen.
Außer meiner erstmals entfachten Fürsorge für Grünzeugs, ist Papiervogelbastelei gerade meine Lieblingsbeschäftigung zum Entspannen.
Mittwoch, 30. März 2011
Es war einmal im Wald
Wieder ein Tag im Wald mit meinen Zwergen. Und, ja, es liegt zur Freude der Kinder immer noch Schnee.
Samstag, 26. März 2011
Wochenendfieber
Die letzte Woche war im Großen und Ganzen eine für den Eimer, denn neben Arbeit, Essen und Schlafen ging bei mir nicht mehr viel. Seit fast zwei Wochen schleppe ich mich nun schon halbkrank bis krank, doch pflichtbewusst in den Kindergarten, da wir derzeit sowieso schon unterbesetzt sind, so dass ich am Freitag ziemlich kaputt zur Tür herein torkelte. Nun darf ich das Wochenende nutzen, um etwas Krankenpflege zu betreiben.
Mittwoch, 16. März 2011
Winterzwischenfrühling
Fürs Erste hat es sich ausgefrühstückt, denn ich vertrete seit einigen Wochen auf unbestimmte Zeit eine kranke Kollegin, und bin nun den ganzen Tag im Kindergarten. Zum einen ist das schön, da ich den kompletten Tagesablauf der Kinder mitbekomme und natürlich mehr verdiene. Andererseits merke ich, dass mir meine bisher sehr geschätzten freien Stunden doch fehlen. Viel schaffe ich gerade nicht nebenbei. Zumindest nicht, wenn der Abwasch sich türmt, der Kühlschrank leer ist oder andere Muss-Aktivitäten dieser Art anstehen.
Glücklicherweise kommt mir mittlerweile der Frühling etwas entgegen und lässt die Sonne länger scheinen. Da steht es sich leichter auf, und ich habe nicht schon am Spätnachmittag das Gefühl gleich ins Bett fallen zu wollen. Mehr hat das Frühlingswetter zwar noch nicht zu bieten, aber immerhin. Der Restschnee ist eigentlich nur noch eine schmutzige und spiegelglatte Eislandschaft. Und sofern es in die Plusgrade geht, darf man erneut durch Riesenpfützen und Matsche waten. Eine gute Gelegenheit, um die Gummistiefel auszupacken. Oder wie in meinem Fall, sich endlich welche anzuschaffen.
Ich verstehe auch langsam, warum in Finnland das Wetter ein so beliebtes Gesprächsthema ist. Man ist schlicht und einfach ständig damit konfrontiert, ob man es möchte oder nicht. Jeden Morgen stellt sich die wichtige Frage, was wohl die angemessenste Kleidung ist, aufs Neue. Und so regelmäßig wie hier studierte ich wohl noch nie das Außenthermometer.
Aber noch kurz zu den letzten Wochenendaktivitäten: Vor einer Woche besuchten wir das kleine, beschauliche Örtchen Hämeenlinna. Hier wurde der berühmteste finnische Komponist Jean Sibelius geboren. In sein Geburtshaus und heutiges Museum schafften wir es leider nicht. Dafür schauten wir uns die mittelalterliche Burg und das ehemalige Gefängnis an. Außerdem machten wir einen Bummel durch die Innenstadt. Die hat für Finnland recht ungewöhnlich viele historische Steinhäuser, was gleich eine ganz andere Atmospähre verleiht.
Glücklicherweise kommt mir mittlerweile der Frühling etwas entgegen und lässt die Sonne länger scheinen. Da steht es sich leichter auf, und ich habe nicht schon am Spätnachmittag das Gefühl gleich ins Bett fallen zu wollen. Mehr hat das Frühlingswetter zwar noch nicht zu bieten, aber immerhin. Der Restschnee ist eigentlich nur noch eine schmutzige und spiegelglatte Eislandschaft. Und sofern es in die Plusgrade geht, darf man erneut durch Riesenpfützen und Matsche waten. Eine gute Gelegenheit, um die Gummistiefel auszupacken. Oder wie in meinem Fall, sich endlich welche anzuschaffen.
Ich verstehe auch langsam, warum in Finnland das Wetter ein so beliebtes Gesprächsthema ist. Man ist schlicht und einfach ständig damit konfrontiert, ob man es möchte oder nicht. Jeden Morgen stellt sich die wichtige Frage, was wohl die angemessenste Kleidung ist, aufs Neue. Und so regelmäßig wie hier studierte ich wohl noch nie das Außenthermometer.
Aber noch kurz zu den letzten Wochenendaktivitäten: Vor einer Woche besuchten wir das kleine, beschauliche Örtchen Hämeenlinna. Hier wurde der berühmteste finnische Komponist Jean Sibelius geboren. In sein Geburtshaus und heutiges Museum schafften wir es leider nicht. Dafür schauten wir uns die mittelalterliche Burg und das ehemalige Gefängnis an. Außerdem machten wir einen Bummel durch die Innenstadt. Die hat für Finnland recht ungewöhnlich viele historische Steinhäuser, was gleich eine ganz andere Atmospähre verleiht.
Hämeenlinna-Burg.
Im Gefängnismuseum.
Eine Kirche in der Innenstadt.
Und natürlich wurde "Laskiainen" (Fastnacht) gefeiert. Die Finnen tun das wie (fast) immer ohne großes Brimborium, aber mit still gehisster Flagge und traditionellem Rodeln gehen oder "Napakelkka" fahren. Der Napakelkka ist ein Holzschlitten mit einem daran befestigten, langen Balken, der widerum fixiert ist, so dass man immer im Kreis gedreht werden kann. Zufällig entdeckten wir einen kleinen Bauernhof, auf dem für Kinder ein kleiner Schneehügel zum Rodeln und ein Napakelkka aufgebaut waren. Außerdem konnte man dort seine eigens mitgebrachten Würstchen grillen oder das typische Laskiais-Essen am Kiosk bestellen: "Hernekeitto" - zu deusch Erbsensuppe - und "Laskiaspulla", ein mit Sahne und Marmelade gefülltes süßes Brötchen. Ich muss an dieser Stelle vermerken, dass ich Erbsensuppe offiziell seit einer eher unschönen Kindergartenepisode während meiner eigenen Kindheit nicht mehr anrühre. Die finnische Version mit Schinken, Zwiebeln und Senf ist aber durchaus ohne Nasezuhalten zu genießen. Wir haben auf beides in der klirrenden Kälte auf dem Hof verzichtet und dann später zu Hause alles selbst gemacht.
Ein Napakelkka.
Finnische Erbsensuppe.
Laskiaspulla.
Samstag, 29. Januar 2011
Eiswoche
Im Kindergarten stand in dieser Woche alles unter dem Motto "Eis und was man damit alles machen kann". Wir malten mit gefärbten Eiswürfeln, bauten ein kleines Häuschen aus selbst gemachten Eisklötzen und stellten Eisschmuck her.
Dienstag, 18. Januar 2011
Waldwoche
Was für ein Wetter. Seit zwei Wochen geht es ständig auf und ab mit den Temperaturen. Von -15 bis um die 0 Grad. Und bei den ganzen herum liegenden Schneemassen, heißt das, man darf stets auf alles gefasst sein. Steckenbleiben in halbgefrorenem Schneematsch. Hinschlagen auf extrem glatten Gehwegen. Eine Schmutzwasserdusche frei Haus von zu schnell vorbeifahrenden Bussen. Erfasst werden von dahin schmelzenden Eismassen, die ganz plötzlich von den Dächern platschen. Bloß gut, dass ich mir - wenn auch zwangsweise, denn den alten ging nach zwei Tagen schlichtweg die Sohle abhanden - neue Winterschuhe mit Gore-Tex besorgt habe, die mir in fast allen dieser möglichen Situationen hilfreich sein sollten. Finnischer Winter ist definitiv eine Herausforderung an meinen Kleiderschrank.
Und mitten in diesem Wetterchen ist unsere Waldwoche im Kindergarten gestartet, in der wir jeden Vormittag in einem nahegelegenen Wäldchen verbringen, um dort Eichhörnchen zu beobachten, Schneeballschlachten oder Waldmusik zu machen und im Schnee zu Malen, was bei jedem Winterwetter Spaß macht.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Freitag, 17. Dezember 2010
Weihnachtsfest
Gestern fand im Kindergarten das alljährliche Weihnachtsfest statt. Mit den Kindern studierten wir vorher ein kleines Programm ein, dass den Eltern stolz vorgeführt werden durfte. Meinen Zwergen gelang das Singen und Gedichtaufsagen besonders gut, wie ich finde. Ich habe sogar kleine weihnachtliche Aufmerksamkeiten von ein paar Eltern bekommen. Und hinterher gab es natürlich eine Schlacht am kalten Buffet mit Kuchen, Torte, "Lihapiirakka" (Fleischteigteilchen), Plätzchen, Tee und Kaffee. Ja, auch abends darf man den finnischen Eltern Kaffee auftischen. Die Finnen sind ja nicht umsonst die größten Kaffeekonsumenten der Welt. Und um diese Spitzenposition auch zu halten, ist wohl ein abendlicher Koffeintrunk ein Muss.
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Flitterwochen
Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...
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Es ist schwer einzuschätzen wie es auf anderen Hochzeiten so hinter den Kulissen zu sich geht. Bei uns war es auf jeden Fall ziemli...






