Sonntag, 11. August 2013

Aufwind


Ab morgen wird sich einiges ändern. Ich arbeite dann nicht mehr im Spielhaus Kerava, sondern im Kindergarten der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Helsinki. Endlich ein neuer Job! Sicherlich habe ich irgendwann einmal verlauten lassen, dass ich recht unzufrieden bin mit meiner beruflichen Situation. Zwei Wochen vor dem Sommerurlaub packte mich dann zum wiederholten Male der Frust, so dass ich mich einfach drauflos bewarb - in deutschen wie englischen Kindergärten, einer internationalen Schule etc. Und siehe da, ich war zur richtigen Zeit frustriert, denn in Helsinki suchte man ab August händeringend eine neue Gruppenleitung für die Regenbogen-Vorschule, in der 5-jährige Kinder betreut werden, die im darauffolgenden Jahr in das zweite Jahr Vorschule gehen sollen. Im Prinzip ist es eine ganz normale Kindergartengruppe, in der schon etwas in Richtung Vorschule gearbeitet wird. Der einzige Haken ist ein zunächst befristeter Vertrag, da ich als Heilpädagogin natürlich offiziell in Finnland keine Vorschullehranerkennung habe, und ich  mich dementsprechend weiter fortbilden muss. Sobald ich das gemacht habe, wird mein Vertrag auf unbefristete Zeit verlängert. Die Arbeit verspricht in Richtung Teamarbeit und den eigenen Freiheiten viel mehr als meine vorherige Stelle. 11 Kinder werden in meiner Gruppe sein und ich bekomme sogar eine Jahrespraktikantin aus Deutschland im Anerkennungsjahr. Es gibt  bezahlten Urlaub von Anfang an, der an die Schulferienzeiten angeglichen ist. Das sind 11 Wochen im Jahr, und mehr Gehalt. Ausgehend von den Vorbedingungen konnte ich also bisher noch keine Problemzonen feststellen. Was soll ich sagen. Ich freue mich einfach total und kann es immer noch gar nicht richtig fassen. Das fühlt sich fast so an wie ein Lottogewinn, denn auf der Karriereleiter - wenn es denn hier eine für mich gibt - bin ich definitiv ein Stückchen hochgeklettert. Vor allem wenn man bedenkt, wie rar in Finnland deutschsprachige Arbeitsstellen gesät sind. Und das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern einfach Tatsache. Wünscht mir Glück für die erste Woche!

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