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Montag, 14. Mai 2018

Frühlingserwachen


Auch ein zum Bersten voller Terminkalender kann mich nicht daran hindern, bei schönstem Wetter doch einen kurzen Moment in der Natur zu verweilen. Gerade blühen die Buschwindröschen an den Waldrändern, die für mich alljährlich den Frühling einläuten. Das ruft gerade zu nach einem Spaziergang. Und so bin ich auf meiner Pendelheimfahrt ein paar Bushaltestellen früher ausgestiegen, um durch das nahegelegene Tammisto Naturreservat nach Hause zu schlendern. Mehr braucht es manchmal nicht. Finnland ist in dieser Hinsicht ein wahrer Schatz.

Freitag, 2. März 2018

Laufen übers Eis


Nachdem ich aus Singapur zurückkam, sanken die Temperaturen in Finnland auf bis zu -25 Grad. Und das gleich für mehere Wochen. Ein absolutes Kontrastprogramm für mich. Einen Vorteil hatte das Ganze allerdings. Endlich konnte ich auf der zugefroreren Bucht vor Helsinki Spazieren gehen. Das ging in den letzten Jahren nicht, da es keine so lange Kältefront gab und dementsprechend das Meer nicht dick genug zufrieren konnte. Eine liebe Kollegin und ich hatten uns dafür spontan nach der Arbeit verabredet als das Wetter sein Bestes gab. Herrlicher Sonnenschein. Nach ein paar Metern auf dem Eis, fragte uns eine Touristin, ob wir wirklich auf gefrorenem Wasser stehen und war vom Sauna-Eisloch neben der Insel Uunisaari völlig fasziniert. Was für uns mittlerweile fast schon Normalität hat, ist tatsächlich ziemlich außergewöhnlich, wenn man es einmal wieder aus anderer Perspektive betrachtet. Wir wagten uns sogar über die Bucht hinaus auf das offene Meer, das ebenfalls ein Stück zugefroren war. Ein einmaliges Erlebnis. 



Sonntag, 15. Oktober 2017

Wandern für die Seele



Finnlands Natur ist unglaublich schön, besonders im Herbst mit all den bezaubernden Farben. Eine Wanderung im Naturreservat Nuuksio war für uns ein Muss. Beim Laufen und Klettern konnten wir einfach alles für eine Weile vergessen und einmal nur für uns sein. Jeder Baum, jeder Ausblick, der modrige Herbstgeruch. Alles ist so unspektalär, und dennoch hat es seine ganz eigene Magie
.






Samstag, 12. August 2017

Den Sommer im Rücken



Der Sommer verging gefühlt sehr schnell, und ich kann kaum glauben wie herbstlich Helsinki jedes Mal bereits im August daherkommt. Gelbgebräunte Blätter flattern zu Hauf von den Bäumen und abends fröstelt es uns beim Sitzten im Park. Jacke und Schal gehören wieder zur Grundausstattung, wenn es aus dem Haus geht. Aber ich will mich nicht beschweren, die letzten Tage waren wunderbar warm und sonnig, und haben mir den Start in das neue Arbeitsjahr doch zusehends erleichtert. Ja, die Arbeit geht wieder los, und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich mental dafür gerüstet bin. Unsere Reisen hielten jedenfalls alle Gedanken daran bisher erfolgreich fern, was wahrscheinlich genau das Richtige war.

Donnerstag, 15. Juni 2017

100 Jahre Finnland

 
 Finnair Airbus 350 XBW.

 Red Arrows aus Großbritannien. 

Das unabhängige Finnland feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Grund genug, um einiges an speziellen Ausstellungen und Veranstaltungen aufzufahren. Wir sahen uns im Februar bereits die Ausstellung "Come to  Finland!" an, welche Finnische Reiseposter im Wandel der Zeit in den Fokus nahm. Letzte Woche wurde es dann schon etwas aufregender mit der Flugschau "Kaivopuiston lentonäytös". Zunächst sind wir mit einem Picknick unterm Arm in den Kaivopark und schauten vor Ort dem extra tief fliegendem Airbus zu, wie er majästetisch seine Runden über den 130.000 Besucherköpfen drehte. Dann wurde es uns zu voll und wir beschlossen den Rest der Show gemütlich vom Wohnzimmerfenster aus mitzuverfolgen. Es schien beinahe unmöglich von dem ganzen Spektakel Fotos zu machen, da die meisten Flugzeuge so schnell flogen, dass meine Kamera teilweise nicht mithalten konnte.

 Jorma Suhonen, 1939.

Igor Ahvenlahti, 1950er.

 Rolf Christianson, 1950 & Osmo K. Oksanen, 1960er.

Montag, 12. Juni 2017

Trübe Tage

Dieser Sommer meint es nicht besonders gut mit uns. Meistens ist es kühl und es regnet. Die sporadischen Schneephasen im Mai sollten wir dennoch hoffentlich überstanden haben. Helsinki ist in dieser Hinsicht nicht gerade das, was man sich nach monatelanger feuchtkalt-dunkler Ewigkeit wünscht. Und besonders an diesen Tagen wiegen die Dinge, die nicht so sind, wie ich sie gerne hätte, noch schwerer auf mir als sonst. Trübe Tage eben.


Seit dem Beginn dieses Kindergarten- und Vorschuljahres im August 2017 gab es personell einschneidende Veränderungen. Eine neue junge Kollegin am Vormittag sowie ein komplett neu besetztes Nachmittagsteam wurden eingestellt, und mussten anfangs umfassend bei der Einarbeitung unterstützt werden. Dann war unsere Vorschullehrerin gezwungen wegen Komplikationen in der Schwangerschaft früher als geplant in den Mutterschutz zu gehen, was wochenlanges Irgendwie-Überbrücken bedeutete bis wir endlich eine Ersatzkraft fanden. Meine Vorschulgruppe hatte es ebenfalls in sich. Fast alle elf Kinder benötigten eine überaus intensive Förderung in völlig unterschiedlichen Bereichen, was sich für mich alleine als kaum schaffbar herausstellte. Darüber hinaus forderte mich der Kontakt und die Zusammenarbeit mit einigen Eltern mindestens ebenso stark. Das alles hieß extra Arbeit und unzählige Überstunden. Hinzu kam, dass ein neuer Pastor sein Amt in der Gemeinde bezog, und viele Balange des Kindergartens auf recht radikale Art in Angriff nahm. Als mein übergeordeter Chef hat er neben einem großen Einfluss auf das Geschen im Kindergarten schlicht und einfach das letzte Wort, wenn es sich um wichtige Entscheidungen handelt. Unter anderem ging es da um meine seit mittlerweile mehreren Jahren laufende Berufsanerkennung als Erzieherin in Finnland, die ich nun definitiv nicht bekommen werde. Das ist ein echtes Problem, denn natürlich verlangt das Finnische Sozialamt anerkannte Erzieher in hiesigen Kindergärten und kann eine Einrichtung mit zu wenig anerkannten Angestellten schließen. Da keine meiner Kolleginnen den Erzieherberuf in Finnland (wohlgemerkt) studiert hat, sind wir auf die Anerkennung unserer Ausbildung angewiesen. Bei den in Deutschland staatlich anerkannten Erziehern funktioniert das relativ gut. Bei mir verhält es sich etwas anders, da ich "nur" Dipom-Heilpädagogin mit sieben Jahren Berufserfahrung in Krippe, Kindergarten und Vorschule bin, was dem Finnischen Amt für Berufsanerkennungen anscheindend nicht ausreicht. Ich könnte mit meinem Abschluss nicht einmal als Kinderpflegerin anerkannt werden, was ehrlich gesagt schon fast lächerlich ist. Und ich verstehe absolut nicht, warum es nicht irgendwie möglich ist z.B. durch eine Prüfung unter Beweis stellen zu können, dass ich meinen Job gut mache. Denn das tue ich. Nichts desto trotz bin ich damit ein Risiko für meinen Arbeitgeber und könnte theoretisch jederzeit entlassen werden. Alles ziemlich frustrierend. Mal wieder. Und langsam beschleicht mich das dumpfe Gefühl, dass mich die Finnischen Behörden nicht sonderlich mögen. Das nicht ernsthaft persönlich zu nehmen, gelingt mir nach diversen negativen Erfahrungen nur selten.
Kurzum, obwohl es bisher kein Arbeitsjahr ohne einschneidende Veränderungen und enorme Herausforderungen gab, und ich meinen Beruf im Grunde sehr gerne ausübe, fühle ich mich derzeit innerlich so ausgebrannt, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich zu voll oder zu leer bin um ich selbst zu sein. Mein wunderbarer langer Urlaub in allen Ehren, wenn jedoch ungefähr die Hälfte meiner Arbeitsstunden außerhalb meiner Arbeitszeit liegen und auch sonst nur Gegenwind bläßt, überrascht das nicht wirklich. Es tut mir leid, dass ich so herum nörgele, aber ich mag gerade einfach nicht mehr.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Inselendtdeckung




Die Finnen üben sich immer öfter darin sich etwas offener zu zeigen. Bald schon treten mildere Alkoholbestimmungen in Kraft, und so kann man ab dem nächsten Jahr u.a. endlich auch Bier und Cidre mit bis zu 5,5 Prozent Alkohol im normalen Geschäft einkaufen. Alko (DAS Alkoholgeschäft in Finnland) öffnet sogar bis 21 Uhr seine Türen und die gute alte Happy Hour darf beworben werden. Hach, wer hätte das gedacht. Wir nähern mit uns hierzulande der Europäisierung mit Kleinstschritten. Aber immerhin. Die Regellockerung diesen Jahres, die mich mindestens genauso erfreut hat, ist die Öffnung von mehreren ehemaligen Militärinseln im Archipel vor Helsinki. Letzte Woche war es mir möglich während eines Mitarbeiterausfluges "Valllisaari" zu entdecken. Ganz wild und unberüht sieht es fernab der Wege aus. Von diesen abweichen oder gar Grillen ist dort selbstverständlich nicht erlaubt. Mit guter Gesellschaft, einem Weinglas (!) in der Hand und paradisisch schönem Blick aufs Meer war mir das allerdings herzlich egal. 





Dienstag, 3. Mai 2016

Hauskaa vapua!

Mit dem Vappufest in Helsinki verhält es sich so ähnlich wie mit dem Karneval in Köln. Man kommt daran nicht vorbei, es sei denn, man verlässt vorsätzlich die Stadt. Ich persönlich fände das sehr schade, denn beide Festlichkeiten sind ein nötiger Ausnahmezustand, ohne welchen die jeweilige Stadt nicht dieselbe wäre. An Vappu liegen Frühling, Leichtigkeit und Neuanfang in der Luft. Jedem geht irgendwie das Herz auf, und so lassen sich die Finnen einmal ganz von ihrer losgelösten Seite blicken. Das steckt an. 

Negroni á la Karri. 
Die Profi-Picknicker.
Entspannte Stimmung im Kaivopuisto.

Das feiernde Jungvolk.

Abends am Hafen.

In den Straßen unseres Viertels.


Flitterwochen

Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...