Sonntag, 18. Juni 2017

Ganzsein

Alles fing vor einigen Wochen mit einem schrecklichen Ohrwurm an, den ich tagelang nicht los wurde. Nun denn, dachte ich, der alte Trick mit dem Liedanhören, kostet ja nichts. Vorerst musste ich jedoch herausfinden, wie die Interpretin hieß, da ich den Song vor Jahren das letzte Mal abspielte und mich kaum noch an den Namen erinnerte. Gesucht, gefunden. Ein Hoch auf das Internet. Somit konnte mein Ohrwurm einigermaßen beseitigt werden. Kurz darauf begann ich in neuere Kreationen der Künstlerin hineinzuhören und stieß auf etwas absolut Wunderbares. Als ich "Tomorrow never knows" entdeckte (Ich lernte übrigens erst Wochen später, dass es sich hierbei um ein Cover der Beatles handelte, und ich das Lied sogar kannte!) und mir mindestens zwanzig Mal in Dauerschleife anhören musste, fing es mitten im schönsten Sonnenschein vor dem Fenster an zu regnen. Der Himmel färbte sich unbeschreiblich schön, ein riesiger Regenbogen zeichnete sich über den Häusern ab, und plötzlich fiel alles von mir ab. Der ewige Druck, meine unendliche Unsicherheit, alle negativen Gedanken. Das ganze verdammte letzte Jahr. Und völlig losgelöst von meinem alltgäglichen Sein, konnte ich seit Langem einmal wieder etwas Vertrauen in mich und die Welt schöpfen. Nur für einen Moment, doch dieser war wirklich da.

Shusheela Raman: Tomorrow never knows.

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