Donnerstag, 20. Juli 2017

Bangkok, Petchaburi & Hua Hin.


 Streifzug durch das Siam Viertel.

Wir mussten kaum darüber nachdenken, wo wir im Sommer hin wollten. Bangkok. Und vielleicht noch ein kurzer Ausflug, aber innerhalb Thailands. Mehr Abenteuer brauchten wir nicht, und freuten uns darauf endlich all die Dinge, von denen wir bisher immer nur sprachen, in die Tat umzusetzen: Für ein paar Tage in Yaowarat (Chinatown) übernachten, um die Geschäftigkeit und den unglaublichen Charme dieses Viertels zu entdecken. Dem legendären Samstagsvergnügen des Pferderennens beiwohnen, um auf ein Pferd zu wetten und zu gewinnen. Wunderschöne Tempel besichtigen, um festzustellen, dass diese uns einen nie zuvor gespürten, tiefen inneren Frieden zu schenken vermögen. Und das Beste: Uns dabei nicht stressen, denn sonst mussten wir uns schon am ersten Reisetag mit der Gewissheit abfinden doch nicht alles davon erleben zu können, weil die Zeit nicht ausreicht. Mal eben schnell noch hier und da vorbeischauen, funktioniert in Bangkok nicht immer, denn hier gelten ganz eigene Regeln. Diese Stadt kann unsere zuvor geschmiedeten, mitunter verkopften Pläne im Handumdrehen zu Nichte machen, und dass nicht nur durch plötzlichen Platzregen oder nicht passierbare Straßen. Alles nur denkbare kann passieren, und genau das ist es, was uns so fasziniert. Jedes Mal müssen wir uns aufs Neue auf den Moment einlassen und einem Weg folgen, der nicht immer unser eigener ist. Der Trick ist dem Rhythmus dieser Stadt zu vertrauen, und gleichzeitig auf nichts zu vertrauen. Sich zu sehr festzulegen, kostet am Ende doch nur unnötig Kraft und wird meistens Enttäuschung. Ich verstehe es manchmal als eine Art Prüfung, ob wir dem Leben an sich, gewachsen sind. Ob wir offen sein und mit Unberechenbarkeit umgehen können. Nichts ist sicher im Leben, denn wir sind ständig mit Neuorientierung und Veränderung konfrontiert. Hier kann man das klar und konzentriert spüren. Und immer wieder zwischendurch begegnet uns die Belohnung: Ein kühlender Luftzug in der schwülen Hitze. Ein gemachter Schnapschuss, der mein Herz berührt. Herrliche Früchte, die ich vorher nie gesehen oder probiert hatte. Gastfreundlichkeit und ein Tausendlächeln. Wir müssen nur Hinsehen, denn es ist irgendwo in diesem Chaos versteckt, um sich uns irgendwann zu offenbaren. Mit Sicherheit.

 Pferderennen in Bangkok.

Auf dem Weg nach Hua Hin.
Maeklong Zugmarkt in Samut Songkhram.

 Blick auf Petchaburi. 

  Phra Nakhon Khiri.

 Am Strand von Hua Hin.

 Hua Hin.
 Abendessen auf dem Nachtmarkt in Hua Hin.

 Wat Huay Mongkul Tempel.

 Künstlerdorf in Hua Hin.

 Alter Königspalast Maruekatayawan.

Tham Khao Luang Tempel.

 Zurück in Bangkok's Chinatown: Shanghai Mansion.

 Großartige knusprige Peking Ente.
 
 Blumenmarkt.

 Im Wat Trai Mit Tempel.

 Chinesisches Sushi.

 Unsere wunderbare "Tea Lady" Li Hong.

Chinatown. 

Im Banglamphu Viertel. 

 Wat Saket Tempel.

 Loha Prasat Tempel.

Sheepshank Public House.

Wat Bowonniwet Vihara Tempel.

Blick von unserem Balkon im Shangri-La Hotel.

 Wunderschöne Tempelgaben.

 Das Geisterhaus.

 Auf der linken Seite des Chao Phraya Flußes.
 Wat Arun Tempel.

Sonntag, 18. Juni 2017

Ganzsein

Alles fing vor einigen Wochen mit einem schrecklichen Ohrwurm an, den ich tagelang nicht los wurde. Nun denn, dachte ich, der alte Trick mit dem Liedanhören, kostet ja nichts. Vorerst musste ich jedoch herausfinden, wie die Interpretin hieß, da ich den Song vor Jahren das letzte Mal abspielte und mich kaum noch an den Namen erinnerte. Gesucht, gefunden. Ein Hoch auf das Internet. Somit konnte mein Ohrwurm einigermaßen beseitigt werden. Kurz darauf begann ich in neuere Kreationen der Künstlerin hineinzuhören und stieß auf etwas absolut Wunderbares. Als ich "Tomorrow never knows" entdeckte (Ich lernte übrigens erst Wochen später, dass es sich hierbei um ein Cover der Beatles handelte, und ich das Lied sogar kannte!) und mir mindestens zwanzig Mal in Dauerschleife anhören musste, fing es mitten im schönsten Sonnenschein vor dem Fenster an zu regnen. Der Himmel färbte sich unbeschreiblich schön, ein riesiger Regenbogen zeichnete sich über den Häusern ab, und plötzlich fiel alles von mir ab. Der ewige Druck, meine unendliche Unsicherheit, alle negativen Gedanken. Das ganze verdammte letzte Jahr. Und völlig losgelöst von meinem alltgäglichen Sein, konnte ich seit Langem einmal wieder etwas Vertrauen in mich und die Welt schöpfen. Nur für einen Moment, doch dieser war wirklich da.

Shusheela Raman: Tomorrow never knows.

Donnerstag, 15. Juni 2017

100 Jahre Finnland

 
 Finnair Airbus 350 XBW.

 Red Arrows aus Großbritannien. 

Das unabhängige Finnland feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Grund genug, um einiges an speziellen Ausstellungen und Veranstaltungen aufzufahren. Wir sahen uns im Februar bereits die Ausstellung "Come to  Finland!" an, welche Finnische Reiseposter im Wandel der Zeit in den Fokus nahm. Letzte Woche wurde es dann schon etwas aufregender mit der Flugschau "Kaivopuiston lentonäytös". Zunächst sind wir mit einem Picknick unterm Arm in den Kaivopark und schauten vor Ort dem extra tief fliegendem Airbus zu, wie er majästetisch seine Runden über den 130.000 Besucherköpfen drehte. Dann wurde es uns zu voll und wir beschlossen den Rest der Show gemütlich vom Wohnzimmerfenster aus mitzuverfolgen. Es schien beinahe unmöglich von dem ganzen Spektakel Fotos zu machen, da die meisten Flugzeuge so schnell flogen, dass meine Kamera teilweise nicht mithalten konnte.

 Jorma Suhonen, 1939.

Igor Ahvenlahti, 1950er.

 Rolf Christianson, 1950 & Osmo K. Oksanen, 1960er.

Montag, 12. Juni 2017

Trübe Tage

Dieser Sommer meint es nicht besonders gut mit uns. Meistens ist es kühl und es regnet. Die sporadischen Schneephasen im Mai sollten wir dennoch hoffentlich überstanden haben. Helsinki ist in dieser Hinsicht nicht gerade das, was man sich nach monatelanger feuchtkalt-dunkler Ewigkeit wünscht. Und besonders an diesen Tagen wiegen die Dinge, die nicht so sind, wie ich sie gerne hätte, noch schwerer auf mir als sonst. Trübe Tage eben.


Seit dem Beginn dieses Kindergarten- und Vorschuljahres im August 2017 gab es personell einschneidende Veränderungen. Eine neue junge Kollegin am Vormittag sowie ein komplett neu besetztes Nachmittagsteam wurden eingestellt, und mussten anfangs umfassend bei der Einarbeitung unterstützt werden. Dann war unsere Vorschullehrerin gezwungen wegen Komplikationen in der Schwangerschaft früher als geplant in den Mutterschutz zu gehen, was wochenlanges Irgendwie-Überbrücken bedeutete bis wir endlich eine Ersatzkraft fanden. Meine Vorschulgruppe hatte es ebenfalls in sich. Fast alle elf Kinder benötigten eine überaus intensive Förderung in völlig unterschiedlichen Bereichen, was sich für mich alleine als kaum schaffbar herausstellte. Darüber hinaus forderte mich der Kontakt und die Zusammenarbeit mit einigen Eltern mindestens ebenso stark. Das alles hieß extra Arbeit und unzählige Überstunden. Hinzu kam, dass ein neuer Pastor sein Amt in der Gemeinde bezog, und viele Balange des Kindergartens auf recht radikale Art in Angriff nahm. Als mein übergeordeter Chef hat er neben einem großen Einfluss auf das Geschen im Kindergarten schlicht und einfach das letzte Wort, wenn es sich um wichtige Entscheidungen handelt. Unter anderem ging es da um meine seit mittlerweile mehreren Jahren laufende Berufsanerkennung als Erzieherin in Finnland, die ich nun definitiv nicht bekommen werde. Das ist ein echtes Problem, denn natürlich verlangt das Finnische Sozialamt anerkannte Erzieher in hiesigen Kindergärten und kann eine Einrichtung mit zu wenig anerkannten Angestellten schließen. Da keine meiner Kolleginnen den Erzieherberuf in Finnland (wohlgemerkt) studiert hat, sind wir auf die Anerkennung unserer Ausbildung angewiesen. Bei den in Deutschland staatlich anerkannten Erziehern funktioniert das relativ gut. Bei mir verhält es sich etwas anders, da ich "nur" Dipom-Heilpädagogin mit sieben Jahren Berufserfahrung in Krippe, Kindergarten und Vorschule bin, was dem Finnischen Amt für Berufsanerkennungen anscheindend nicht ausreicht. Ich könnte mit meinem Abschluss nicht einmal als Kinderpflegerin anerkannt werden, was ehrlich gesagt schon fast lächerlich ist. Und ich verstehe absolut nicht, warum es nicht irgendwie möglich ist z.B. durch eine Prüfung unter Beweis stellen zu können, dass ich meinen Job gut mache. Denn das tue ich. Nichts desto trotz bin ich damit ein Risiko für meinen Arbeitgeber und könnte theoretisch jederzeit entlassen werden. Alles ziemlich frustrierend. Mal wieder. Und langsam beschleicht mich das dumpfe Gefühl, dass mich die Finnischen Behörden nicht sonderlich mögen. Das nicht ernsthaft persönlich zu nehmen, gelingt mir nach diversen negativen Erfahrungen nur selten.
Kurzum, obwohl es bisher kein Arbeitsjahr ohne einschneidende Veränderungen und enorme Herausforderungen gab, und ich meinen Beruf im Grunde sehr gerne ausübe, fühle ich mich derzeit innerlich so ausgebrannt, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich zu voll oder zu leer bin um ich selbst zu sein. Mein wunderbarer langer Urlaub in allen Ehren, wenn jedoch ungefähr die Hälfte meiner Arbeitsstunden außerhalb meiner Arbeitszeit liegen und auch sonst nur Gegenwind bläßt, überrascht das nicht wirklich. Es tut mir leid, dass ich so herum nörgele, aber ich mag gerade einfach nicht mehr.

Dienstag, 6. Juni 2017

Im Kleinboot in Amsterdam

Vor einigen Wochen machten wir einen recht spontanen Kurztrip nach Amsterdam. Ausgerechnet genau dann als das Wetter in Helslinki endlich einmal frühligshafte Züge annahm. Mit einem Sonne-Wolken-Regen-Mix lässt sich Amsterdam allerdings wunderbar aushalten. Witzigerweise waren Karri und ich beide bereits mehrmals in Amsterdam, jedoch nie zusammen. Als kürzlich ein Freund von uns dorthin gezogen ist, und ein gemeinsames Treffen längst überfällig war, dachten wir, dass der Zeitpunkt nicht hätte besser sein können. So tingelten wir zusammen durch die beschaulichen Straßen der Innenstadt, entdeckten die ein oder andere Kuriosität und hatten natürlich eine Menge zu erzählen. Höhepunkt der Reise ist und bleibt die Bootsfahrt über die Amstel sowie durch die Kanäle Amsterdams, was sich mitunter als abenteuerlich, aber dann doch viel entspannter gestaltete als ich vorerst vermutete. 

Auf der Amstel.
 Kapitän Gerrit.

Wieder an Land.

 Lionel Galerie.

 Himmlisches Frühstück: Eier Benedict.

Dienstag, 23. Mai 2017

Nachwuchs

Anfang des Jahres bin ich stolze Tante geworden. Mein Neffe musste fast zwei ganze Monate ohne Namen auskommen, denn in vielen Finnischen Familien ist es Brauch erst bei der Taufe zu enthüllen, wie der Nachwuchs heisst. Karri und ich sind sogar Wäinö Juhanis Taufpaten, und während sich Karri bei der Taufzeremonie der Herausforderung des Babyhaltens stellte, war es mir vergönnt einen Text auf Finnisch vorzutragen. Irgendwie waren diese Aufgaben etwas unfair verteilt, konnten aber mit Bravour gemeistert werden. Mittlerweile ist der kleine Kerl ordentlich gewachsen und begeistert uns mit seinem sonnigen Gemüt. 


Flitterwochen

Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...