Mittwoch, 3. Juni 2015

Eine Portion Engelsgeduld

Anfang der Woche durfte ich als Beisitzerin bei ein paar Bewerbungsgesprächen für unsere Nachmittagsbetreuung dabei sein. Dabei ist mir einmal mehr aufgefallen wie unterschiedlich die Motive für Deutsche sind nach Finnland zu kommen, und wie sehr sich doch die Gründe für das Hierbleiben ähneln. Da hätten wir Finnlandromantiker, Aussteiger, Rockmusikenthusiasten, Aupairs, Praktikanten, Halbfinnen, Auslandsberufler, irgendwie Hängengebliebene und Verliebte, die dieses Land irgendwie in ihr Herz schliessen, egal wie ihre Finnlandgeschichte aus- bzw. weitergeht.
Ich selbst hatte und habe manchmal noch meine Schwierigkeiten mit dem Hierbleiben auf unbestimmte Zeit, denn in Finnland sitzt man fest. Hier herrscht eine Art Endstationsstimmung oder ein Gefühl des Abgeschnittenseins, mental wie räumlich. Damit musste ich lernen klar zu kommen. Anfangs war ich darin nicht besonders gut, denn ich erwartete zu viel oder etwas völlig anderes. Aber irgenwann stellte sich die harte, und doch nüchterne Erkenntnis ein, dass hier alles und jeder seine Zeit braucht. Und mittlerweile bin ich da absolut tiefenentspannt.  

Warten auf die letzte Fähre nach Helsinki.

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