Shangri-La Bangkok.
Bangkok - City of Life steht auf einem etwas vergilbten Werbebanner an einem der massiven Betonpfosten des Skytrains. Genau wie vor sechs Jahren als ich das erste Mal in Bangkok und überhaupt in Asien war. Es ist im Prinzip die beste Kurzbeschreibung für diese aussergewöhnliche Stadt, die angefangen vom schönsten Glitzern über dunkelste Abgründe bis hin zu jeder nur möglichen Nuance dazwischen einfach alles, was zum Leben dazu gehört, in sich vereint. Und jederzeit deutlich, fast penetrant spürbar eine Menge von jedem Einzelnen, der hier verweilt, verlangt. Oft passiert zu viel an einem Ort und in einem Moment zugleich. Es herrscht eine extreme Vielschichtigkeit, die mich gleichermassen fasziniert und abstösst. Das hier ist real. Das ist kein Film, keine Dokumentation. Nein. Ich latsche schwitzend durch eine kleine Gasse auf dem Weg zum nächsten hochgelobten Strassengrill und muss im nächsten Moment schockiert mit ansehen wie urplötzlich ein paar Meter vor mir ein Mann einen anderen zu Boden schlägt und dann einfach im Nichts verschwindet. Ich muss entscheiden, ob ich den Wegbeschreibungen des selbstbetitelten Englischlehrers, der mir gleich noch das beste Amulettgeschäft der Stadt empfiehlt, vertraue oder nicht. Ich stehe inmitten eines schillernden, überfüllten Marktes und kann nicht einmal sagen, welcher meiner Sinne sich zuerst überschlägt. Dabei besteht die Kunst diese Stadt zu mögen, wahrscheinlich darin die richtige Mischung oder eine Art Balance für sich zu finden, um diese nicht als reinen Moloch abzustempeln. Das bleibt hängen und bohrt sich zusammen mit allen anderen Eindrücken dieser mir fremden Kultur in die eigene Unantastbarkeit hinein. Mir war nach nur wenigen Tagen klar, nichts würde mehr so sein wie vorher. Nichts ist mehr sicher. Alles ist offen. Die Welt, wie ich sie mir in meinem Kopf wunderbar zurecht sortiert hatte, bekam eine andere Dimension. Anthony Bourdain sagt in einer Folge seiner Serie Parts Unknown: "Asia had ruined me for my old life." Das kann ich gut verstehen, da es mir ähnlich ging. Bangkok hat mein bisheriges Leben vor neue Fragen gestellt und mich einiges über mich gelehrt. Beispielsweise meine Belastungsgrenzen auszuloten und mich definitiv an kleine Auszeiten zu halten. Das heisst vor allem auf seinen Körper und seinen Instinkt zu hören und den Tag in kleinen Portionen zu leben. Wenn ich so darüber nachdenke, eine ziemlich kostbare Erfahrung.
Abendsonne über Bangkok in der Moon Bar.
Cocktailkurs im Trader Vic's.
Khlong Bootstour.
Tawandang Biergarten.
Rot Fai Markt.
Im Tempel.






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