Dienstag, 16. Juni 2015

Sommer in der Stadt

Woran erkennt man in Helsinki, dass der Frühling anfängt? - Es ist länger hell und die Möwen kreischen.

Und woran erkennt man in Helsinki, dass der Sommer anfängt? - Es ist noch länger hell, die Möwen klauen dir dein Eis aus der Hand. Ach, ja, und der Flieder blüht endlich. 

Katercarbonara in der Ysi Baari.

Einkaufen im Anton & Anton.

Sonnemondwetter vorm Fenster.

Kirschblütenpracht im Park.

Abendspaziergang am Kauppatori.

Sonntagskäffchen im Café Mutteri. 

Wunderschön: Rhododendronpark in Etelä-Haaga.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Eine Portion Engelsgeduld

Anfang der Woche durfte ich als Beisitzerin bei ein paar Bewerbungsgesprächen für unsere Nachmittagsbetreuung dabei sein. Dabei ist mir einmal mehr aufgefallen wie unterschiedlich die Motive für Deutsche sind nach Finnland zu kommen, und wie sehr sich doch die Gründe für das Hierbleiben ähneln. Da hätten wir Finnlandromantiker, Aussteiger, Rockmusikenthusiasten, Aupairs, Praktikanten, Halbfinnen, Auslandsberufler, irgendwie Hängengebliebene und Verliebte, die dieses Land irgendwie in ihr Herz schliessen, egal wie ihre Finnlandgeschichte aus- bzw. weitergeht.
Ich selbst hatte und habe manchmal noch meine Schwierigkeiten mit dem Hierbleiben auf unbestimmte Zeit, denn in Finnland sitzt man fest. Hier herrscht eine Art Endstationsstimmung oder ein Gefühl des Abgeschnittenseins, mental wie räumlich. Damit musste ich lernen klar zu kommen. Anfangs war ich darin nicht besonders gut, denn ich erwartete zu viel oder etwas völlig anderes. Aber irgenwann stellte sich die harte, und doch nüchterne Erkenntnis ein, dass hier alles und jeder seine Zeit braucht. Und mittlerweile bin ich da absolut tiefenentspannt.  

Warten auf die letzte Fähre nach Helsinki.

Mittwoch, 8. April 2015

Die Zahnfrage

Okay, so langsam mag ich nicht mehr. Nachdem ich mich nach der Jahreswende mit ewigen Halsschmerzen und Stimmproblemen ärgern musste und mir danach mein Urlaub in Istanbul mit einem Magen-Darm-Infekt versemmelt wurde, sitzte ich wieder krank auf dem Sofa. Dieses Mal ist es einer meiner zwei übrigen Weisheitszähne, der sich vor Ostern böse entzündete und mit einer Doppelkur von Penicilin und Antibioticum notbehandelt werden musste. Mein Zahnarzt machte gestern dann kurzen Prozess, und zog den Nervzahn ohne viel Brimborium. Somit sind die Fragen, die ich mir seit sage und schreibe sieben Jahren stelle, wann ich mir den Weisheitszahn endlich ziehen lasse, wo am besten und wie viel es wohl kosten mag in Finnland, ein für alle Mal geklärt. 

Mittwoch, 1. April 2015

Hinterwinter

Unsere vernebelte Tehtaankatu.

Das Kind hat endlich einen Namen. Ich war mir sicher, dass der Frühling in Finnland allein in den Gedanken wohnt bzw. in den Osterglocken auf der Fensterbank, denn wirklich frühlingshaft ist es hier nur ansatzweise vor Mitte Mai. Und dann ist ja prinzipiell schon Sommer. Gestern durfte ich lernen, dass winterliches Wetter im Frühjahr sehr direkt übersetzt als Hinterwinter ("Takatalvi") bezeichnet wird. Das passt, muss ich sagen, wie de Faust aufs Auge. Adieu, mein Frühling.

Trübe Wetteraussichten im Botschaftsviertiel.


Dienstag, 24. Februar 2015

Merhaba Istanbul

Unseren Kurzurlaub in die Türkei kann ich nur mit dem Wort bizarr beschreiben. Mit der festen Überzeugung, dass es wettertechnisch im Februar so gut wie nirgends schlimmer als in Finnland sein kann (sofern der Winter wie in diesem Jahr mal wieder mit wenig Schnee einhergeht, was zu extremster Dunkelheit und permanenter, unangenehmer Feuchtigkeit führt), machten wir uns frohen Mutes auf nach Istanbul. Die Wettervorhersagen versprachen nicht unbedingt das Beste, aber mit einem zwei Tage anhaltenden Schneesturm, der die Stadt so zu sagen in Finnland ohne Winterdienst verwandeln würde, rechneten wir wahrlich nicht. So kämpften wir uns drei Tage tapfer durch den endlosen Schneematsch und kamen jeden Abend mit durchtrieften Schuhen ins Hotel zurück. Ein Hoch auf die Fussbodenheizung im Hotelbad. Gummistiefel, sage ich nur, Gummistiefel! Der Gedanke kam mir schon zur Weihnachtszeit in Hamburg. Jedenfalls haben Karri und ich einen Pakt geschlossen: Nie mehr ohne Gummistiefel in den Urlaub.

Unser Hotel im Norden Istanbuls.

Antiquitätengeschäft in Beyoglu.

Simet an jeder Ecke.

Aya Sofia.

Cisterna Basilica.

Eingeschneiter Strassengrill.

Osakbasi Zubeyir.

Etwas andere Straßenkunst.

Cukur Meyhane.

Ruhe nach dem Schneesturm: Die Blaue Moschee.

Blick auf Istanbul und den Bosphorus.

Der Topkapi Palast.

Auf der Galata-Brücke.

Donnerstag, 5. Februar 2015

King Crimson

Längst überfällig ist diese musikalische Offenbarung, die mir vor einiger Zeit widerfahren ist. Aber vorsicht. Das hier ist hochintelligent, abgedreht und charmant zugleich. Unvorhersehbar und irritierend. Jenseits von Pink Floyd und Experimental Jazz. Seiner Zeit voraus und hinterher. Und aus den Achzigern. I like it.


Sonntag, 1. Februar 2015

Immer wieder Tallinn

Tallinn ist immer eine Reise wert, ob nur für einen Tag oder etwas länger. Und es ist von Helsinki aus so einfach und günstig zu erreichen, dass man das ruhigen Gewissens öfter machen kann. Zusammen mit meiner Chefin Stefanie und unserer zweiten Vorschullehrerin Judith hatte ich eigentlich vor dort in der Vorweihnachtszeit den mittelalterlich angehauchten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Das klappte nicht und so holten wir unser Vorhaben gestern auch ohne Weihnachtsmarkt nach. Meine fest sitzende Erkältung und die schaukelige Überfahrt machten mir etwas zu schaffen, ansonsten war es wirklich nett. Wir konnten die Zeit für anregende Unterhaltungen nutzten, viele Schnäppchen erstehen, gemütlich durch die Altstadt spazieren und lecker Essen gehen. Als wir zurück nach Helsinki kamen, wartete ein kleiner Schneesturm auf uns durch den wir uns dann nach Hause kämpfen durften. Karri schlürfte derweil mit seinem Freund und Geschäftspartner Antti nach getaner Arbeit bei uns Cocktails und hatte, als ich endlich völlig durchnässt zur Tür herein kam, die grandiose Idee noch etwas Essen zu gehen. Mir war nach dem verschneiten Heimweg sehr nach einer warmen wohligen Suppe. Gesagt, getan. Und so landeten wir ganz spontan im Restaurant "Saslik" gleich bei uns um die Ecke. Ein perfekter Tagesausklang.

Auf dem Weg zur Fähre.

Tallinns Altstadt.

Zimtbier und getrocknetes Elchfleisch.

Zurück im vermatscht-verschneiten Helsinki.

Borscht.

Freitag, 16. Januar 2015

Und ich düse im Sauseschritt

Wirklich zur Ruhe gekommen bin ich nicht in den Ferien. Und darüber hinaus haben mich einige Hiobsbotschaften innerhalb der Familie emotional etwas aufgewühlt. Trotzdem oder gerade deswegen war es schön im Familienkreis die Festtage zu verbringen. Dabei fiel mir einmal wieder auf, dass ich viel zu selten und dann oft zu kurz in meine alte Heimat komme. Das muss sich ändern. Unsere anschließende Turbo-Reise durch Deutschland hat dann irgendwie meine Kräfte um ein Weites überschritten und fast meine Nerven gesprengt. Aber was sollte ich tun, wenn der Freund es sich steif und fest in den Kopf gesetzt hatte mit dem Auto durch so ziemlich alle Bundesländer zu heizen. So waren wir u.a. in Köln, Bonn, Koblenz, Trier, Heidelberg, Essingen, Regensburg, Leipzig, Lutherstadt Wittenberg, Berlin und Hamburg. Und das alles in sechs Tagen mit unverhofftem Wintereinbruch und dementsprechenden Komplikationen auf den deutschen Straßen sowie Autobahnen. Es war durchaus auch schön, jedoch für mich der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine derartige Reise. Für den lieben Freund gab es im Zuge dessen die lehrreiche Erfahrung, dass Deutschland doch um ein Weites größer ist als gedacht. Und für mich, dass ich definitiv meine Auszeiten brauche. Somit kam ich völlig unausgeruht aus dem Urlaub. Die Quittung des ganzen Trubels gab es letztendlich am Dienstag als einmal wieder ein fieser Halsinfekt meine Stimme lahmlegte. Ich durfte und darf nicht sprechen, und so habe ich jetzt zumindest für eine Weile meine ganz persönliche absolute Ruhe.

Im Miniaturwunderland Hamburg.

Darf ich vorstellen: Die Weihnachtsgans.

Verregnetes Köln.

Das Deutsche Eck in Koblenz.

Immer an der Mosel entlang.

Das Porta Nigra in Trier.

Blick auf das beschauliche Heidelberg.

Abendspaziergang in Essingen.

In Regensburg: Dom, Wurst und Bier.


Leipzig kulinarisch und bei Nacht.

Kurzer Zwischenstopp: Lutherstadt Wittenberg.

Prosit Neujahr vom Berliner 
Weihnachtsmarkt.

Neujahrsspaziergang durch den Schloßpark 
in Potsdam.

Endstation Hamburg.

Flitterwochen

Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...