Samstag, 11. Juli 2015

Shanghai

Die Begegnung mit dem Unbekannten hält, neben neuen Eindrücken und Perspektiven, jedes Mal auch die unbewusste Suche nach vertrauten Dingen bereit. Ich mag es im Neuen Anknüpfungspunkte zu finden, zu vergleichen und zu verbinden. In Shanghai war das schwieriger als sonst. Vieles irritierte mich oder liess sich nicht fassen. In gewisser Weise rutschte mir das, was ich glaubte, bereits begriffen zu haben, sogleich wieder aus den Händen. So als würde ich dem heute Gesehenen morgen schon in anderer Gestalt begegnen. Nichts blieb wie es war. Der geheime Unterbau der Stadt, seine feinen Nuancen und kostbare Details blieben mir weitestgehend verborgen. Und dieses Gefühl wurde ich in den nur wenigen Tagen, die wir dort verbrachten, nicht ganz los. Shanghai hatte kein eigenes Tempo. Es war weder schnell noch langsam, und schon gar nichts dazwischen. Es gab keinen bestimmten Geruch, den ich hätte ausmachen können. Alles Schillernde umgab gleichzeitig ein farbloser Nebel.







Ein Hauch vergangener Zeiten.

Die andere Seite der Stadt. 

Mokkos Shochu Bar in Jing'an.

Leckeres Frühstück bei Freunden.


Im Jadebuddha-Tempel.

Hot Pot. Yes.

Four on the move.

Zu Besuch bei der Bier-Lady.

Nachtimbiss.

Lotusblumenteich im People's Park. 

Xiaolongbao.

Nanjing Road.

Stadtansichten.

Das beste zum Schluss: Hunan Rippchen.


Donnerstag, 2. Juli 2015

Hong Kong is totally different


Hong Kong Street Art.

Selten mache ich, im Gegensatz zu Karri, allzu viele Pläne bevor ich auf Reisen gehe. Teilweise liegt das an meiner Faulheit diesbezüglich, teilweise mag ich es einfach die Dinge auf mich zukommen zu lassen. Ich genieße es vor dem Ankommen sehr nicht schon zu vorgeprägt zu sein. Das macht die Eindrücke intensiver. Im Falle Hong Kongs war das etwas anders. Allein der Name der Stadt birgt unzählige Bilder und Assoziationen in meinem Kopf, ob ich nun will oder nicht. Und so hatte ich vor (wohl bemerkt ohne es wirklich zu wissen) die Spuren von Blade Runner, langsam aussterbenden Neonlichtern und gerösteter Gans zu verfolgen. Es sollte nicht die einzige Suche sein auf die ich mich begeben sollte, denn mit dem Ankommen stellte ich fest, dass ich viel zu viel und eigentlich nichts über diese Stadt wußte. Das beruhigte mich irgendwie. Hong Kong ist tatsächlich ganz anders. 

Bamboo-Baugerüst. 

Blick über die Hong Kong.


Neonröhrenreklame.

Höher als hoch.

Geröstete Gans.

Mit der Fähre nach Kowloon.

Drachenbootrennen.

Getrocknetes Getier mitten auf der Strasse.

Der Blick nach oben von ganz unten.

Kabellage.

Montag, 29. Juni 2015

Chiang Mai

Nach einer Woche Bangkok flogen wir Richtung Norden in die thailändische Provinzhauptstadt Chiang Mai, umgeben von unzähligen wunderschönen Bergenketten. Im Gegensatz zu Bangkok eine kleine, ruhige und fast familiäre Kleinstadtoase. Hier gibt es keine Busse, keinen Skytrain oder sonstige öffentliche Verkehrsmittel. Hier wird gelaufen, Tuk Tuk und Taxi zu lächerlich hochen Touristenpreisen oder spottbilliges Songthaew gefahren. Karri und ich laufen gern, sind für längere Strecken aber nicht unbedingt Tuk Tuk Enthusiasten, und Taxi ist auf Dauer auch zu teuer. Deshalb bevorzugten wir das Songthaewfahren, was anfangs etwas Überwindung und natürlich Expertise erforderte. Diese Pickup Trucks fahren überall durch die Strassen Chang Mais ohne feste Routen und können per Handzeichen angehalten werden. Man fragt nach dem gewünschten Zielort und entweder der Fahrer nickt und man kann hinten auf die Sitzbänke hüpfen oder er winkt ab und man muss auf die nächste Gelegenheit warten. Um Auszusteigen drückt man auf einen Stoppknopf. Manchmal hält der Fahrer sogar von allein an. Klingt ziemlich einfach, was es im Prinzip auch ist. Es gibt allerdings ein paar kleine Tricks. Erstens: Nie nach dem Preis fragen. Die Preise sind in der Regel auf 20 Baht (ca. 50 Cent) festgelegt, die man nach dem Aussteigen passend zahlt. Zweitens: Nie an einer Touristenattraktion einsteigen. Das kostet tatsächlich mehr. Es lohnt sich ein paar Strassen weiter ein Songthaew zu nehmen. Drittens: Keine unmöglichen Ziele angeben. Die Fahrer können mit Adressen nichts anfangen, was anscheinend in Thailand generell der Fall ist. Meistens orientieren sich die Songthaewfahrer an einem bekannten Gebäude. Oft waren wir sogar die einzigen Mitfahrer, d.h. wir mussten zwischendurch nie halten oder irgendwelche Umwege fahren.

Frangipani.

Moh-o-Cha Prawn Farm & Seafood Restaurant
im Anusarn Markt.

Muay Thai.

Grossmutters Khao Soi.

Schrein. 

Wat Chedi Luang

Der Mond anders herum.

Lady Boy Show.

The North Gate Jazz Club.

Sie ist fast berühmter als ihr Strassengrill: 
Die Dame mit dem Cowboyhut.

Chinatown.
Typische Wurst aus der Chiang Mai Provinz.

Was auch immer.

Sonntag Nacht Markt.

Hühnchen- und Reisküche.

Die alte Stadtmauer.

Wachirathan Wasserfälle im Doi Inthanon 
Nationalpark.
Reisfelder.
Im Regenwald: Doi Inthanon, der höchste Berg 
Thailands.
An der König- und Königin-Pagode. 


Freitag, 26. Juni 2015

Bangkok Revisited

 
 Shangri-La Bangkok.

Bangkok - City of Life steht auf einem etwas vergilbten Werbebanner an einem der massiven Betonpfosten des Skytrains. Genau wie vor sechs Jahren als ich das erste Mal in Bangkok und überhaupt in Asien war. Es ist im Prinzip die beste Kurzbeschreibung für diese aussergewöhnliche Stadt, die angefangen vom schönsten Glitzern über dunkelste Abgründe bis hin zu jeder nur möglichen Nuance dazwischen einfach alles, was zum Leben dazu gehört, in sich vereint. Und jederzeit deutlich, fast penetrant spürbar eine Menge von jedem Einzelnen, der hier verweilt, verlangt. Oft passiert zu viel an einem Ort und in einem Moment zugleich. Es herrscht eine extreme Vielschichtigkeit, die mich gleichermassen fasziniert und abstösst. Das hier ist real. Das ist kein Film, keine Dokumentation. Nein. Ich latsche schwitzend durch eine kleine Gasse auf dem Weg zum nächsten hochgelobten Strassengrill und muss im nächsten Moment schockiert mit ansehen wie urplötzlich ein paar Meter vor mir ein Mann einen anderen zu Boden schlägt und dann einfach im Nichts verschwindet. Ich muss entscheiden, ob ich den Wegbeschreibungen des selbstbetitelten Englischlehrers, der mir gleich noch das beste Amulettgeschäft der Stadt empfiehlt, vertraue oder nicht. Ich stehe inmitten eines schillernden, überfüllten Marktes und kann nicht einmal sagen, welcher meiner Sinne sich zuerst überschlägt. Dabei besteht die Kunst diese Stadt zu mögen, wahrscheinlich darin die richtige Mischung oder eine Art Balance für sich zu finden, um diese nicht als reinen Moloch abzustempeln. Das bleibt hängen und bohrt sich zusammen mit allen anderen Eindrücken dieser mir fremden Kultur in die eigene Unantastbarkeit hinein. Mir war nach nur wenigen Tagen klar, nichts würde mehr so sein wie vorher. Nichts ist mehr sicher. Alles ist offen. Die Welt, wie ich sie mir in meinem Kopf wunderbar zurecht sortiert hatte, bekam eine andere Dimension. Anthony Bourdain sagt in einer Folge seiner Serie Parts Unknown: "Asia had ruined me for my old life." Das kann ich gut verstehen, da es mir ähnlich ging. Bangkok hat mein bisheriges Leben vor neue Fragen gestellt und mich einiges über mich gelehrt. Beispielsweise meine Belastungsgrenzen auszuloten und mich definitiv an kleine Auszeiten zu halten. Das heisst vor allem auf seinen Körper und seinen Instinkt zu hören und den Tag in kleinen Portionen zu leben. Wenn ich so darüber nachdenke, eine ziemlich kostbare Erfahrung.


 Abendsonne über Bangkok in der Moon Bar. 

Dieses Mal hatten wir uns vorgenommen etwas mehr Erholung und Komfort in unseren Urlaub mit einfliessen zu lassen. Wir sind schliesslich keine Studenten mehr, und zugegeben als Mitglieder der arbeitenden Bevölkerung wird es zunehmend schwieriger reine Erlebnis- und Abendteuerreisen zu unternehmen. So schön es auch ist, es zerrt an einem, körperlich wie seelisch, und es gibt einfach weniger Raum dies aufzufangen. Ich möchte schliesslich nicht völlig ausgelaugt aus dem Urlaub kommen und anschliessend mit Kindern arbeiten müssen. Das wäre unfair ihnen gegenüber. Deshalb dachten wir es sei an der Zeit hauptsächlich die Seele baumeln zu lassen bevor der Alltag uns früh genug wieder bekommen würde. Abenteuerliches Urlaubsgut stellt sich sowieso ganz von selbst ein.


Cocktailkurs im Trader Vic's.


Khlong Bootstour.

Tawandang Biergarten.

Rot Fai Markt.

Im Tempel.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Ab aufs Mökki



Die meisten Finnen mögen es schlicht, wenn es um ihr geliebtes Sommerhäuschen geht. Im Wald muss es stehen, idyllisch am See gelegen, damit man fischen, baden und Blaubeeren sammeln kann. Häufig gibt es kein fliessendes Wasser, manchmal sogar keinen Strom. Die Toilette ist meist nur ein kleines Kabäuschen ausserhalb des Hauptgebäudes und wohl gemerkt ohne Spülung. Aber natürlich gibt es auch "Mökkis" mit allem vorstellbaren Komfort. Je nach dem, wie man es mag. Hauptsache man hat eine Sauna mit Holzofen, einen Grill und ausreichend Mückenschutzmittel. Karri meinte, dass meine Aufzählung nicht ganz stimmt. Auf Antimückenspray könnte man verzichten, auf alkoholische Getränke nicht. Recht hat er. 


Flitterwochen

Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...