Sonntag, 17. November 2013

Stadtkind

Seit zwei Wochen bin ich endlich wieder ein richtiges Stadtkind, denn Karri und ich sind zurück nach Helsinki gezogen. Und diesmal in keinen Außenbezirk, sondern direkt in die Innenstadt, nur ein paar Gehminuten von meinem Arbeitsplatz entfernt und mit Blick aufs Meer. Die Altbau-Wohnung ist super schön, die Lage so gut, dass ich es kaum glauben kann. Und das wichtigste für Helsinki: Sie ist bezahlbar. Bisher fühle ich mich sehr wohl, obwohl es noch jede Menge auszupacken, zu besorgen und zu installieren gibt. Aber wir müssen ja nichts überstürzen. 


Sonntag, 1. September 2013

Japan

Den Auftakt unseres diesjährigen Sommerurlaubs verbrachten Karri und ich in Japan. Ein langgehegter Traum, denn wir liebäugelten schon länger damit dorthin zu reisen. Nun hat es endlich geklappt, und ich muss sagen, ich habe mich selten so wohl gefühlt in einem anderen Land. Normalerweise überfällt mich nach einer Weile das Bedürfnis nach den gewohnten Dingen und vor allem im eigenen Bett zu schlafen. Diesmal nicht ein bisschen, und dass obwohl ich eigentlich nicht unbedingt ein Hitzemensch bin, und uns dort der heißeste Sommer seit 60 Jahren über zwei Wochen lang pausenlos schwitzen ließ. 
Als eines der ersten Dinge fiel mir die unheimliche Hingabe auf, mit der sich die Einheimischen all ihren Tätigkeiten zuwenden. Und das scheinbar mit jedem Atemzug, nur um das Bestmögliche zu erreichen. Sei es eine Mutter, die ihre Söhne im Flugzeug ruhig, aber bestimmt zurechtweißt oder ein Restaurantkellner, der jeden seiner Gäste mit der gleichen Aufmerksamkeit und Präzision bewirtet. Das habe ich so noch nie erlebt.
Außerdem begeisterte mich die japanische Küche sehr, und ich hatte keine großen Probleme ohne europäische Produkte, wie Brot oder Käse zu leben. Eine Schüssel mit Reis und Uni (Seeigel), frisches Thunfisch Sashimi oder eine heiße Udon-Nudelsuppe mit Mochi (Reiskuchen) waren nur einige gute Gründe dafür. Es ist einfach eine komplett andere Esswelt, der ich mich kulinarisch kompromisslos hingeben kann - ganz im japanischen Sinne.
Eine Sache ist mir allerdings erst im Nachhinein so richtig bewusst geworden: die stets vorhandene Sicherheit, die einen in Japan umgibt. Man braucht sich wenig Sorgen darüber zu machen als Reisender abgezockt zu werden oder muss nicht ständig das noch vollständige Vorhandensein seiner Handtasche kontrollieren. Es ist einfach nicht nötig. Die Japaner sind z.B. berühmt für ihre täglichen Nickerchen in der Metro, bei denen sie mit der Tasche auf dem Schoß und dem Handy in der Hand einfach einschlafen. Jeder Taschendieb könnte ihnen mühelos alle Habseligkeiten abnehmen, aber dem ist nicht so. Das bedeutet eine unglaubliche Freiheit, die man sonst in vielen Teilen der Welt nicht genießen kann.

Osaka.

Izakaya-Hopping bis in die Morgenstunden.

Die Osaka Burg.

Sieht fast wie Köln aus.

Kushikatsu.

Shinsekai in Osaka.

Mit Reiko in Kyoto.

Spezialität aus Kyoto: Eingelegtes Gemüse.

Unsere liebste Bar in Osaka: Tako Tako King.

Kampai!

Kinkaku-ji - der goldene Tempel.

Fushimi Inari-taisha - der Inari-Schrein.

Kunst in Sapporo.

Himmlisches Frühstück im örtlichen Fischmarkt.

Blick über Sapporo.

Otaru.

Ein Sushimaster ganz zu unseren Diensten.

Ramen.

Tokyo.

Die Stadt bei Nacht. 

Spaziergang im Park.

Schirme gegen die gleißende Sonne.

Unterwegs mit Tsubasa und Kenta.

Kento und Erika - Ich mag die beiden einfach.

Algen und Thunfisch Sashimi.

Skytree, wir kommen.

Byebye Japan.

Sonntag, 11. August 2013

Aufwind


Ab morgen wird sich einiges ändern. Ich arbeite dann nicht mehr im Spielhaus Kerava, sondern im Kindergarten der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Helsinki. Endlich ein neuer Job! Sicherlich habe ich irgendwann einmal verlauten lassen, dass ich recht unzufrieden bin mit meiner beruflichen Situation. Zwei Wochen vor dem Sommerurlaub packte mich dann zum wiederholten Male der Frust, so dass ich mich einfach drauflos bewarb - in deutschen wie englischen Kindergärten, einer internationalen Schule etc. Und siehe da, ich war zur richtigen Zeit frustriert, denn in Helsinki suchte man ab August händeringend eine neue Gruppenleitung für die Regenbogen-Vorschule, in der 5-jährige Kinder betreut werden, die im darauffolgenden Jahr in das zweite Jahr Vorschule gehen sollen. Im Prinzip ist es eine ganz normale Kindergartengruppe, in der schon etwas in Richtung Vorschule gearbeitet wird. Der einzige Haken ist ein zunächst befristeter Vertrag, da ich als Heilpädagogin natürlich offiziell in Finnland keine Vorschullehranerkennung habe, und ich  mich dementsprechend weiter fortbilden muss. Sobald ich das gemacht habe, wird mein Vertrag auf unbefristete Zeit verlängert. Die Arbeit verspricht in Richtung Teamarbeit und den eigenen Freiheiten viel mehr als meine vorherige Stelle. 11 Kinder werden in meiner Gruppe sein und ich bekomme sogar eine Jahrespraktikantin aus Deutschland im Anerkennungsjahr. Es gibt  bezahlten Urlaub von Anfang an, der an die Schulferienzeiten angeglichen ist. Das sind 11 Wochen im Jahr, und mehr Gehalt. Ausgehend von den Vorbedingungen konnte ich also bisher noch keine Problemzonen feststellen. Was soll ich sagen. Ich freue mich einfach total und kann es immer noch gar nicht richtig fassen. Das fühlt sich fast so an wie ein Lottogewinn, denn auf der Karriereleiter - wenn es denn hier eine für mich gibt - bin ich definitiv ein Stückchen hochgeklettert. Vor allem wenn man bedenkt, wie rar in Finnland deutschsprachige Arbeitsstellen gesät sind. Und das ist nicht als Vorwurf gemeint, sondern einfach Tatsache. Wünscht mir Glück für die erste Woche!

Samstag, 22. Juni 2013

Danke

Da ist es mir einfach so herausgerutscht. Das "Danke". Vielleicht, weil ich gerade in ein deutschsprachiges Buch vertieft war, und nur kurz aufsah, um in den Bus hinein zu hüpfen. Wer weiß. Und der junge Mann, der mir netterweise den Vortritt in den Bus gelassen hat, konnte sich - genau wie ich selbst - ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sonst ist mir das bisher nur andersherum passiert. Das mir nämlich in Deutschland "Anteeks" und "Kiitos" schneller über die Lippen kommen als "Entschuldigung" und "Danke". Ist schon interessant wie sehr sich manche Dinge einprägen. Zumal viele Finnen nicht gerade das beste Beispiel eines höflichen oder mit tadellosen Manieren bestücktes Völkchen sind. Es kommt leider viel öfter vor, das mir jemand geradezu vor die Füße rotzt oder recht übel vor sich hinflucht, als dass mir ein Mann die Tür aufhält. Darüber hinaus fällt den meisten Finnen eine angebrachte Entschuldigung beizeiten ziemlich schwer. Zum Beispiel bekommt man beim Anrempler in der Bahn vielleicht noch ein schlichtes "Oho" zu hören oder einfach gar nichts. Trotzdem will ich nicht ungerecht werden, denn es gibt mehr als eine Handvoll Gegenbeispiele. Meine Fixierung auf die finnischen Höflichkeiteswörter rührt dennoch eher aus meiner deutschen Herkunft her. Und mein "Danke" in Finnland war wohl nur eine kleine heimatliche Verirrung.  

Sonntag, 24. Februar 2013

WochenEndRekorder II

Zur Abwechslung möchte ich das neue Jahr mit Musik beginnen. Genauer gesagt mit Künstlern, Bildern und Liedern, die ich in den letzten zweieinhalb Jahren neu entdecken durfte, und die mich auf die eine oder andere ganz besondere Weise begleiteten. Auf ein Besseres!











Dienstag, 18. Dezember 2012

Weihnachten steht vor der Tür

Auf meine wunderbaren Entspannungstage folgte eine unheimlich nervenaufreibende Chaoswoche im Kindergarten. Alles nur, weil wir am Freitag unser Weihnachtsfest feierten, was jedes Jahr - wie es scheint - zu einer übertriebenen Kinderstar-Gala aufgebauscht wird. Mir geht da ehrlichgesagt jedesmal jegliche Weihnachtsgemütlichkeit abhanden. Jede Gruppe bereitet ein kleines Programm für die Eltern vor: Ein Theaterstück, kleine Sketche, Lieder oder Gedichte - was ja an sich in Ordnung ist. Aber den Kindern die komplette Zeit davor mit Üben, Üben und nochmals Üben vollzustopfen, ist meiner Meinung nach zu viel. So ist es keine Überraschung, dass die Kinder dabei sehr schnell Lust und Motivation verloren. Und wirklich... selbst ich hatte keine Lust mehr. Man sollte sich doch überlegen, ob dieses Konzept "Weihnachtsfest" noch kind- bzw. weihnachtsgerecht ist. Warum kann man nicht einfach gemütlich zusammen sein ganz ohne Perfektionsdruck, Stress und Lustlosigkeit? Das werde ich wohl nie verstehen. Am Ende der Woche war ich dann mal wieder total kaputt und frustriert. Schrecklich so was. 

Am Wochenende musste also meine Weihnachtsstimmung unbedingt wieder belebt werden. Schritt eins: Weihnachtspäckchen packen. Schritt zwei: Weihachtsbäckerei. Schritt drei: Weihachtsmarkt. Danach war es wieder etwas besser. 

Und jetzt sind es nur noch drei Arbeitstage bis wir endlich in unseren Weihnachtsurlaub nach Deutschland starten. In diesem Jahr werden wir bei meiner Familie in Deutschland sein. Ach, ich freu mich schon... Auf die lieben Verwandten, Entenbraten, Nichtstun und ein Märchen nach dem anderen im Fernsehen schauen. Es ist zwar etwas schade, dass wir das schön verschneite Vantaa verlassen müssen, aber man kann eben nicht alles haben.

Ich wünsche euch allen ruhige und entspannte Weihnachtstage, und dass ihr gut ins neue Jahr kommt! Karri und ich werden nach Weihnachten bis zum Neujahrstag in Berlin verweilen. Falls jemand von euch ebenfalls da sein sollte, meldet euch ruhig bei mir. Ich würde mich freuen!

Sonntag, 9. Dezember 2012

Im Schneerausch

Nachdem es Ende Oktober überraschend und kurz Schnee gab, wurde es im November wieder richtig mild, so dass ich die Hoffnung auf eine verschneite Vorweihnachtszeit schon fast aufgegeben hatte. Ich sollte eines Besseren belehrt werden, denn zum ersten Adventswochenende gab es mehrere Tage heftigen Schneesturm. Bis heute hält sich der gefallene Schnee tapfer bei stark schwankenden Minusgraden, und es gibt sogar regelmäßig Nachschub. Was das Wetter betrifft, kann ich mich wirklich nicht beklagen. Auch sonst ist bei mir im Moment alles recht friedlich und entspannt, was sicher an meinem verlängerten Wochenende liegt. Ich musste am letzten Donnerstag, dem Finnischen Unabhängigkeits- und offiziellen Feiertag arbeiten, hatte dafür aber am Freitag frei. Da an den letzten Wochenenden immer irgendetwas los war, hatten wir uns vorgenommen, dass wir zur Abwechslung hauptsächlich bei Kerzenschein auf dem Sofa herumlümmeln werden - was uns sichtlich gut getan hat. Und natürlich hat auch die hier zur Zeit herumschleichende Dunkelheit ihr Übriges hinzugefügt. Da sind die Lebensgeister automatisch etwas heruntergefahren und beruhigter als sonst. Für die herannahenden Weihnachtstage ist das Wichtigste vorbereitet. Es gibt also keinen Grund nicht entspannt zu sein. 

Montag, 19. November 2012

Raus aufs Land

Gestern besuchte ich meine Kollegin Esther, ihren Freund Hannes und ihre drei Töchter, die in einem kleinen Holzhäuschen in der Nähe von Porvoo wohnen. Seit einem Jahr ist sie mit ihrer jüngsten Tochter Pinja-Tuuli im Mutterschaftsurlaub, weshalb wir uns länger nicht getsehen haben. Und da Esther nicht mal eben um die Ecke wohnt und mit ihre Familie immer alle Hände voll zu tun hat, dauerte es etwas länger für ein gemeinsames Treffen Zeit zu finden. Aufregend war das für mich schon, da ich das erste Mal mit einem Langstreckenbus fahren musste und nicht so genau wusste, wo ich aussteigen soll. In Finnland ist es ja nicht so üblich Haltestellenanzeigen in den Bussen anzubringen. Aber es hat gut geklappt und so konnten wir einen netten Nachmittag bei Tee und Kuchen verbringen. 

Hannes und Pinja.

In Esthers gemütlicher Küche.

Donnerstag, 1. November 2012

Berlinauszeit

Warum mache ich das nicht häufiger... frage ich mich nach dem letzten Wochenende, an dem ich nach Berlin geflogen bin, um meine mittlerweile in Österreich lebende und arbeitende Freundin Rebecca wieder zu sehen und mit ihr zu einem Max Raabe Konzert zu gehen. Übernachten konnten wir bei Rebeccas Freundin Kristina. Und wirklich. Ich sollte mich mehr aus dem Alltag stehlen, auf meine ewigen Ausreden wie "zu wenig Geld" und "keine Zeit" pfeifen und einfach wegfahren. Es tut so gut. Nach tatsächlich ganzen drei Jahren traf ich sogar Daria wieder und konnte ihren Freund Manuel kennen lernen. Ab jetzt gebe ich mir also die größte Mühe das Flüchten mehr zur Gewohnheit werden zu lassen.    


Frühstück im KuchenRausch.

Super gemütlich: Mit Rebecca bei Kristina.

 Bei Daria in Kreuzberg.



Flitterwochen

Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...