Okay, so langsam mag ich nicht mehr. Nachdem ich mich nach der Jahreswende mit ewigen Halsschmerzen und Stimmproblemen ärgern musste und mir danach mein Urlaub in Istanbul mit einem Magen-Darm-Infekt versemmelt wurde, sitzte ich wieder krank auf dem Sofa. Dieses Mal ist es einer meiner zwei übrigen Weisheitszähne, der sich vor Ostern böse entzündete und mit einer Doppelkur von Penicilin und Antibioticum notbehandelt werden musste. Mein Zahnarzt machte gestern dann kurzen Prozess, und zog den Nervzahn ohne viel Brimborium. Somit sind die Fragen, die ich mir seit sage und schreibe sieben Jahren stelle, wann ich mir den Weisheitszahn endlich ziehen lasse, wo am besten und wie viel es wohl kosten mag in Finnland, ein für alle Mal geklärt.
Mittwoch, 8. April 2015
Mittwoch, 1. April 2015
Hinterwinter
Unsere vernebelte Tehtaankatu.
Das Kind hat endlich einen Namen. Ich war mir sicher, dass der Frühling in Finnland allein in den Gedanken wohnt bzw. in den Osterglocken auf der Fensterbank, denn wirklich frühlingshaft ist es hier nur ansatzweise vor Mitte Mai. Und dann ist ja prinzipiell schon Sommer. Gestern durfte ich lernen, dass winterliches Wetter im Frühjahr sehr direkt übersetzt als Hinterwinter ("Takatalvi") bezeichnet wird. Das passt, muss ich sagen, wie de Faust aufs Auge. Adieu, mein Frühling.
Dienstag, 24. Februar 2015
Merhaba Istanbul
Unseren Kurzurlaub in die Türkei kann ich nur mit dem Wort bizarr beschreiben. Mit der festen Überzeugung, dass es wettertechnisch im Februar so gut wie nirgends schlimmer als in Finnland sein kann (sofern der Winter wie in diesem Jahr mal wieder mit wenig Schnee einhergeht, was zu extremster Dunkelheit und permanenter, unangenehmer Feuchtigkeit führt), machten wir uns frohen Mutes auf nach Istanbul. Die Wettervorhersagen versprachen nicht unbedingt das Beste, aber mit einem zwei Tage anhaltenden Schneesturm, der die Stadt so zu sagen in Finnland ohne Winterdienst verwandeln würde, rechneten wir wahrlich nicht. So kämpften wir uns drei Tage tapfer durch den endlosen Schneematsch und kamen jeden Abend mit durchtrieften Schuhen ins Hotel zurück. Ein Hoch auf die Fussbodenheizung im Hotelbad. Gummistiefel, sage ich nur, Gummistiefel! Der Gedanke kam mir schon zur Weihnachtszeit in Hamburg. Jedenfalls haben Karri und ich einen Pakt geschlossen: Nie mehr ohne Gummistiefel in den Urlaub.
Unser Hotel im Norden Istanbuls.
Antiquitätengeschäft in Beyoglu.
Simet an jeder Ecke.
Aya Sofia.
Cisterna Basilica.
Eingeschneiter Strassengrill.
Osakbasi Zubeyir.
Etwas andere Straßenkunst.
Cukur Meyhane.
Ruhe nach dem Schneesturm: Die Blaue Moschee.
Blick auf Istanbul und den Bosphorus.
Der Topkapi Palast.
Auf der Galata-Brücke.
Donnerstag, 5. Februar 2015
King Crimson
Längst überfällig ist diese musikalische Offenbarung, die mir vor einiger Zeit widerfahren ist. Aber vorsicht. Das hier ist hochintelligent, abgedreht und charmant zugleich. Unvorhersehbar und irritierend. Jenseits von Pink Floyd und Experimental Jazz. Seiner Zeit voraus und hinterher. Und aus den Achzigern. I like it.
Sonntag, 1. Februar 2015
Immer wieder Tallinn
Tallinn ist immer eine Reise wert, ob nur für einen Tag oder etwas länger. Und es ist von Helsinki aus so einfach und günstig zu erreichen, dass man das ruhigen Gewissens öfter machen kann. Zusammen mit meiner Chefin Stefanie und unserer zweiten Vorschullehrerin Judith hatte ich eigentlich vor dort in der Vorweihnachtszeit den mittelalterlich angehauchten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Das klappte nicht und so holten wir unser Vorhaben gestern auch ohne Weihnachtsmarkt nach. Meine fest sitzende Erkältung und die schaukelige Überfahrt machten mir etwas zu schaffen, ansonsten war es wirklich nett. Wir konnten die Zeit für anregende Unterhaltungen nutzten, viele Schnäppchen erstehen, gemütlich durch die Altstadt spazieren und lecker Essen gehen. Als wir zurück nach Helsinki kamen, wartete ein kleiner Schneesturm auf uns durch den wir uns dann nach Hause kämpfen durften. Karri schlürfte derweil mit seinem Freund und Geschäftspartner Antti nach getaner Arbeit bei uns Cocktails und hatte, als ich endlich völlig durchnässt zur Tür herein kam, die grandiose Idee noch etwas Essen zu gehen. Mir war nach dem verschneiten Heimweg sehr nach einer warmen wohligen Suppe. Gesagt, getan. Und so landeten wir ganz spontan im Restaurant "Saslik" gleich bei uns um die Ecke. Ein perfekter Tagesausklang.
Auf dem Weg zur Fähre.
Tallinns Altstadt.
Zimtbier und getrocknetes Elchfleisch.
Zurück im vermatscht-verschneiten Helsinki.
Borscht.
Freitag, 16. Januar 2015
Und ich düse im Sauseschritt
Wirklich zur Ruhe gekommen bin ich nicht in den Ferien. Und darüber hinaus haben mich einige Hiobsbotschaften innerhalb der Familie emotional etwas aufgewühlt. Trotzdem oder gerade deswegen war es schön im Familienkreis die Festtage zu verbringen. Dabei fiel mir einmal wieder auf, dass ich viel zu selten und dann oft zu kurz in meine alte Heimat komme. Das muss sich ändern. Unsere anschließende Turbo-Reise durch Deutschland hat dann irgendwie meine Kräfte um ein Weites überschritten und fast meine Nerven gesprengt. Aber was sollte ich tun, wenn der Freund es sich steif und fest in den Kopf gesetzt hatte mit dem Auto durch so ziemlich alle Bundesländer zu heizen. So waren wir u.a. in Köln, Bonn, Koblenz, Trier, Heidelberg, Essingen, Regensburg, Leipzig, Lutherstadt Wittenberg, Berlin und Hamburg. Und das alles in sechs Tagen mit unverhofftem Wintereinbruch und dementsprechenden Komplikationen auf den deutschen Straßen sowie Autobahnen. Es war durchaus auch schön, jedoch für mich der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine derartige Reise. Für den lieben Freund gab es im Zuge dessen die lehrreiche Erfahrung, dass Deutschland doch um ein Weites größer ist als gedacht. Und für mich, dass ich definitiv meine Auszeiten brauche. Somit kam ich völlig unausgeruht aus dem Urlaub. Die Quittung des ganzen Trubels gab es letztendlich am Dienstag als einmal wieder ein fieser Halsinfekt meine Stimme lahmlegte. Ich durfte und darf nicht sprechen, und so habe ich jetzt zumindest für eine Weile meine ganz persönliche absolute Ruhe.
Im Miniaturwunderland Hamburg.
Darf ich vorstellen: Die Weihnachtsgans.
Verregnetes Köln.
Das Deutsche Eck in Koblenz.
Immer an der Mosel entlang.
Das Porta Nigra in Trier.
Blick auf das beschauliche Heidelberg.
Abendspaziergang in Essingen.
In Regensburg: Dom, Wurst und Bier.
Leipzig kulinarisch und bei Nacht.
Kurzer Zwischenstopp: Lutherstadt Wittenberg.
Prosit Neujahr vom Berliner
Weihnachtsmarkt.
Neujahrsspaziergang durch den Schloßpark
in Potsdam.
Endstation Hamburg.
Freitag, 19. Dezember 2014
Weihnachten ist nicht mehr weit
Puh. Geschafft. Kann ich nur sagen. Ich bin komplett ausgepowert, denn während der letzten Wochen war ich zusammen mit meinen Kollegen im Kindergarten ununterbrochen am rotieren. Die Adventszeit war unglaublich voll mit Aktionen, die viel Vorbereitung und unzählige Überstunden erforderderten. Was einerseits schön ist, weil wir wirklich tolle Sachen organisiert haben, andererseits aber nun seinen Tribut fordert. Na, wenigstens ist seit eben die Weihnachtspost in Sack und Tüten. Es wird schon werden... In zwei Tagen werden wir zu meiner Familie aufbrechen. Es fällt uns dieses Mal auch nicht wirklich schwer Finnland zu verlassen. Bei den permanenten Stürmen, die hier seit Tagen ums Haus flattern, und wohlgemerkt überhaupt gar keinem Schnee, können wir Weihnachten doch gut und gerne in Deutschland verbringen. Bevor es allerdings zu meinen Eltern geht, verweilen wir noch zwei Tage in Hamburg, um den geschwächten Weihnachtsgefühlen wieder etwas Leben einzuhauchen. Mit Glühweindämpfen auf dem Weihnachtsmarkt inhalieren und gebrannte Mandeln knabbern, dürften wohl als Akutbehandlungmaßnahmen ausreichen.
Sonntag, 9. November 2014
Hotpot Helsinki
Nach unserem ersten Hotpot im September mit Yannick und Haozi sind wir irgendwie daran hängen geblieben. Obwohl Haozi den zwei einzigen sichuanorientierten Restaurants in Helsinki nicht so ganz über den Weg traute, trauten wir uns dort Hotpot zu probieren. Beide Erfahrungen waren ziemlich gut, wenn ich das aus meiner völlig unprofessionellen Perspektive heraus sagen darf. Im "Peninsula 1899" durften wir sogar einige Gerichte off the menu probieren, weil wir ins Gespräch mit der Managerin kamen und ihr versicherten, dass wir Interesse daran hätten.
Hotpot-Schlemmen mit Antti und Karri im
Leckere Sichuan-Klösse in Chili-Öl.
Sonntag, 2. November 2014
Herbstferien
Den Herbsturlaub im Oktober gingen wir ohne große Vorplanung an. Sonst ist Karri jedesmal intensivst damit Beschäftigt unsere gemeinsame freie Zeit allein mit Reisen zu verplanen. Diesmal ergab sich allerdings alles sehr spontan. Was mich sehr freute, denn zu viel Planung in der Ferienzeit überfordert mich eher, als das es mich glücklich macht. Ich bin schließlich keine zwanzig mehr und arbeite volltags mit Kindern. Entschuldigung, aber da bin ich für ruhige Leerzeiten immer zu haben.
Eine Wanderung im Naturreservat Nuuksio, Schlendern über den Heringsmarkt in Helsinki und der Tagesausflug nach Lahti waren nur einige spontane Ausflüge, die auch ohne viel Vorbereitungen auskamen. Vorher gebucht hatten wir jedoch die kurze Reise nach Riga. Eine wunderschöne Stadt, die uns einfach nur bezauberte, und trotz Dauernieselregen in den schönsten Herbstfarben leuchtete. Wir merkten Riga kaum Ostblockattitüden an, was im Anbetracht der sowjetischen Vergangenheit fast ein wahres Wunder ist. So erlebten wir eine kulturelle Künstler-, Dichter- und Denkerstadt. Einen Ort zum Flanieren und Sich-Verlieren. Eine Sadt mit viel Ruhe und Gelassenheit. Genau wie ich es mag. Nun gut, ich sehe es ein. Urlaubsplanung kann doch sehr sinnvoll sein.
Nuuksio.
Heringsmarkt.
Geräucherter Hering auf Inselbrot.
In diesem Jahr mit mehr vor Anker liegendem
Schiffaufgebot.
Lahti.
Skispringanlage in der Ferne.
Am "Vesijärvi" (Wassersee).
Das Sibelius-Konzerthaus.
Kurztrip nach Riga.
Der Zentralmarkt.
In der Altstadt.
Im städtischen Park.
Doch gefunden: Ein Stück Sowjetstimmung.
Russische Spezialitäten.
Immer dem Schokoladenduft nach.
Im "Uzbekistana".
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Flitterwochen
Erholen konnten wir uns wunderbar im Süden Deutschlands. Erst verweilten wir im beschaulichen Baden-Baden, und anschlie ß end verbracht...
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Es ist schwer einzuschätzen wie es auf anderen Hochzeiten so hinter den Kulissen zu sich geht. Bei uns war es auf jeden Fall ziemli...
